Die fünf wichtigsten Duelle: SV Elversberg – 1. FC Saarbrücken

Foto: SV 07 Elversberg

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Neues Jahr, neue Vorberichte. Nachdem in 19 Hinrundenbegegnungen der Dritten Liga, einem Oberligaduell und drei Spielen des DFB-Pokals der Vorbericht aus einem kleinen Portrait über den gegnerischen Verein bestand, muss diese Form der Vorabinformation nun vorläufig in Rente gehen. 2014 gehen wir nun einen anderen Weg: Auch wenn sich der Fußball letztlich immer auf ein Duell zweier Mannschaften beschränkt, gibt es doch im Rahmen eines einzelnen Fußballspiels noch eine Unmenge weiterer Zweikämpfe, Vergleiche und Kraftproben. Das FCSBlog nimmt sich vor jedem Spiel fünf entscheidende Duelle heraus.

1. Milan Sasic vs. Dietmar Hirsch

In den Saarbrücker Foren entwickelte sich der Spruch „Sasic muss jetzt endlich liefern“ zum Mantra der Winterpause. Auf dem Punktekonto hat der Trainerwechsel für den FCS zwar eine leichte Verbesserung erwirkt, zum Sprung auf einen Nichtabstiegsplatz hat es vor dem Winter nicht gereicht. Zwölf Neuzugänge gab es für Sasic, neun davon in der Winterpause. Die Erwartungen an den ehemaligen Koblenzer Erfolgscoach sind damit gestiegen: Einerseits soll er mit den größeren Wahlmöglichkeiten im Kader eine Elf formen, welche den Klassenerhalt sichert, andererseits soll sich die Mannschaft spielerisch entwickeln. Sasic wird sich daran messen lassen müssen, wie er diese beiden Wünsche bis zum Sommer vereinen kann.

Sein Gegenpart hat jüngst einen wichtigen Machtkampf für sich entscheiden können: Dietmar Hirsch blieb Trainer der SV Elversberg, während Sportdirektor Roland Benschneider trotz eines laufenden Vertrages bis 2016 gehen musste. Für Beobachter stellt dies ein Rückschritt in der Professionalisierung des Elversberger Fußballs dar und auch sportlich ging es unter Hirsch zuletzt eher bergab. Das Vertrauen der Elversberger Führung für den Trainer – und nicht etwa den ranghöheren Sportdirektor – bedeutet auch an Hirsch die Erwartung, den Negativtrend zu stoppen.

2. Serkan Göcer vs. Juri Judt

Im Hinspiel sorgte Serkan Göcer noch mit seinem sehenswerten Treffer für den ersten Saisonsieg des 1. FC Saarbrücken – nun hat er das schwarz-weiße Trikot der SV Elversberg übergestreift. Sasic plante nicht mehr mit dem Flügelflitzer, der als Talent aus Oberhausen zum FCS wechselte. Böse Zungen behaupten, dass Sasic sich von „Lugingers Lieblingen“ trennte und manch einen wunderte Göcers Ausmusterung. Dabei blieb der talentierte und schnelle Mittelfeldspieler in der Hinrunde bis auf seinen Treffer oft blass, zeigte zwar Schnelligkeit, aber im entscheidenen Moment auch zu wenig Ballkontrolle. Gegen seinen Ex-Verein dürfte er motiviert sein, zu seine Drittligatauglichkeit unter Beweis zu stellen.

Kommt Göcer auf seiner angesammten Position auf der linken Außenbahn zum Einsatz, könnte er womöglich auf Juri Judt treffen. Der ehemalige Spieler von Fürth und Nürnberg kam vom Millionenprojekt aus Leipzig und soll mit der nötigen Erfahrung die FCS-Abwehr stabilisieren. Nach dem längerfristigen Ausfall von Kim Falkenberg dürfte Judt künftig als Rechtsverteidiger agieren.

3. Stefan Reisinger vs. Timo Wenzel

Vor dem Elversberger Tor bahnt sich das Duell der Oldies an. Der 32-jährige Neu-FCS-Stürmer Stefan Reisinger gegen den Elversberg-Kapitän Timo Wenzel, seinerseits 36 Jahre jung. Zusammen kommen beide auf insgesamt 202 Bundesliga- und 260 Zweitligaspiele, was diesen Vergleich zu einem ganz besonderen macht.

Innenverteidiger Wenzel kam als Kapitän stets über die volle Distanz zum Einsatz, nur den Heimerfolg über Regensburg erlebte er aufgrund einer Gelbsperre von der Tribüne aus. Reisinger wurde bei Zweitligist Düsseldorf in 15 Einsätzen sechsmal ein- und ebenso oft ausgewechselt, kam dabei auf zwei Tore und zwei Vorlagen. Zwischenzeitlich suspendiert und dann begnadigt, entschied er sich im Winter zum Wechsel, um künftig beim 1. FC Saarbrücken nicht nur auf dem Platz eine Führungsrolle zu übernehmen. Nach dem Karriereende soll er bei Ex-Trikotsponsor Victor’s arbeiten.

4. Zuschauer vs. Verkehrskonzept

Fast noch wichtiger als das Spiel war in dieser Woche die angekündigte Verkehrssituation rund um die Kaiserlinde am Samstag. Selbst der gastgebende Heimverein, der erstmals in seiner 107-jährigen Geschichte ein ausverkauftes Ligaspiel vermelden konnte, geht von einem Verkehrschaos aus. Vor einer Anreise per Auto wird abgeraten, stattdessen sollen die 8.200 Zuschauer vorzugsweise mit den öffentlichen Verkehrsmitteln anreisen. Dumm nur, dass es außer dem Bus da nicht viel gibt (es sei denn, man möchte wie die FCS-Fans vor einigen Jahren zu Fuß vom Bahnhof Friedrichsthal an die Kaiserlinde gehen). Wer keine Karte mehr bekommen hat, kann immerhin per Livestream auf SR-online oder mit dem Fanradio das Spiel verfolgen.

5. Milan Sasic vs. Pressevertreter

Schon fast unabhängig vom Spielausgang, bahnt sich spätestens für die Zeit danach das Duell des knorrigen FCS-Trainers mit der Lokalpresse an. In der Vergangenheit war dieses Verhältnis durchaus belastet, was einerseits durch neue Regeln im Trainingsbetrieb ausgelöst wurde, über die sich einzelne Journalisten zu sehr echauffierten. Andererseits scheint auch bei Sasic durchaus mal das Nervenkostüm blank zu liegen und seine überlieferten Ausbrüche auf einzelne Berichterstattungen lassen auf einen nicht immer gelungenen Umgang des ehemaligen Torhüters mit Vertretern der schreibenden Zunft schließen. Gerade bei diesem Duell würde man sich als FCS-Fan diesen Ausgang wünschen: Unentschieden oder besser, Sieg für beide Seiten.

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