Vorbericht: 1. FC Saarbrücken – Holstein Kiel

oder: Rechenspiele

200px-Holstein_Kiel_Logo.svgDas Jahr 2013 begegnet uns bald nur noch auf billig produzierten Bildbänden großer Verlagshäuser und als Jahresrückblick verkleideten Talkshows. „Zum Glück“, könnte auch der geneigte Fan des 1. FC Saarbrücken, in diesem Falle vor allem der Dauerkartenbesitzer, ausrufen. Da aber im deutschen Fußball nicht unbedingt nach Jahren, sondern nach Spielzeiten abgerechnet wird und dies zumindest auch bis zur Weltmeisterschaft 2022 in Katar (sofern sie denn stattfindet) so bleiben wird, bleibt der ein oder andere statistische Zusammenhang doch im Verborgenen.

Es ist so zum Beispiel kein Geheimnis, dass die Saison 2013/2014 bislang für den 1. FC Saarbrücken eher mau war. Die BILD Saarland ließ sich zur Schlagzeile „Die FCS-Bilanz – Schlimmste Vorrunde aller Zeiten“ hinreißen. Was aus mehreren Gründen verwirrend ist. Zum einen sagt der gemeine Fußballfan „Vorrunde“ eher dann, wenn es um die Vorrunde bei einem Turnier (etwa Champions League oder Weltmeisterschaft) geht, die darüber entscheidet, wer nach der Vorrunde noch im Rennen ist. Dann wäre der 1. FC Saarbrücken vielleicht schon ausgeschieden. Also bleiben wir einfach bei dem gängigen Begriff „Hinrunde“.

Was aber mehr verwirrt, ist der Superlativ der „schlimmsten Vorrunde aller Zeiten“. Hört sich nach DSF bzw. Sport 1 vor einigen Jahren an. Hat auch mit Bilanz relativ wenig zu tun, denn dann geht es rein nach den Zahlen, ist die Hinrunde 2013/2014 eben nicht die schlimmste aller Zeiten. 2001/2002 stand der FCS nach der Hinrunde der 2. Bundesliga etwa mit zehn Punkten (und nur zwei Siegen) auf dem letzten Tabellenplatz. 2005/2006 gab es auch keine glorreiche Hinrunde: Vorletzer mit nur vier gewonnenen Spielen. Der BILD Saarland geht es hier um eine einfache und prägnante Schlagzeile. Mehr aber auch nicht.

Und da wir schon bei Aufteilungen von Spielzeiten für irgendwelche aussagekräftigen Statistiken sind, wäre vielleicht der Blick auf die Heimspiele in der 3. Liga für das Kalenderjahr 2013 interessanter. Dort heißt es bislang für den FCS:

17 Heimspiele – 5 Siege – 6 Unentschieden – 6 Niederlagen – 27:25 Tore – 21 von 51 möglichen Punkten

Für das Jahr 2012 liest sich diese Statistik so:

20 Heimspiele – 7 Siege – 8 Unentschieden – 5 Niederlagen – 34:26 Tore – 29 von 60 möglichen Punkten

Und für 2011:

19 Heimspiele – 13 Siege – 4 Unentschieden – 2 Niederlagen – 43:22 Tore – 43 von 57 möglichen Punkten

Oder kurz ausgedrückt: Wer unter dem Weihnachtsbaum immer das Geld für einen neue Dauerkarte liegen hat, bekommt seit 2011 immer weniger für sein Geld geboten. Das ist ärgerlicher als es die vermeintlich schlimmste Vorrunde aller Zeiten überhaupt sein kann. Das 18. und letzte Heimspiel 2013 ist also für die Akteure in blau-schwarz nur noch eine kleine Gelegenheit, mit einem Heimsieg gegen die Kieler Störche die Fans zu versöhnen, die auch ohne Kombiticket zum Heimspiel gegen Leipzig im Ludwigspark gestanden oder gesessen hätten. Ein Jahresrückblick auf 2013 kann die sportlichen Verantwortlichen um Milan Sasic nur der Ansporn sein, zu alter Heimstärke zurückzufinden. Diskussionen um den Stadionneubau hin oder her.

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