Die großen Fünf der Hinrunde

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Die fünf großen Überraschungen

1. Die SV Elversberg und Dietmar Hirsch

200px-SV_Elversberg_Logo.svgVor Saisonbeginn wurde das zweite saarländische Team in der 3. Liga als sicherer Absteiger gehandelt. Der Aufstieg als Zweiter der Regionalliga Südwest sprach nicht unbedingt dafür, dass die Spieser in der Drittklassigkeit überleben würden. Nach sechs Spielen ohne Sieg unter Aufstiegstrainer Jens Kiefer warf dieser das Handtuch – zu hohe Belastung durch den Lehrgang an der Sporthochschule Köln. Mit Dietmar Hirsch kam ein No-Name-Trainer, der die SVE zu Siegen über Leipzig und Duisburg führte. Mit Platz zwölf zur Winterpause hätten wohl nur größte Optimisten vor Saisonbeginn gerechnet.

2. Der Chemnitzer FC

200px-Chemnitzer_FC_Logo.svgViele Experten waren Ende der Saison 2012/2013 überrascht, dass der Chemnitzer FC am Ende den sechsten Rang belegte – nur knapp hinter Heidenheim. Dabei war Beobachtern des Ostfußballs längst klar: Gerd Schädlich verstand es schon in Aue, aus geringen Mitteln möglichst viel herauszuholen. So erwarteten plötzlich alle für 2013/2014 den Angriff der Chemnitzer auf die 2. Bundesliga. Unter anderem wurde für dieses Unternehmen das Vereinsidol Ronny Garbuschewski aus Düsseldorf zurückgeholt. Doch irgendwie schien der Druck zu viel für den CFC: Top-Torjäger Anton Fink läuft trotz sechs Toren in 19 Spielen seiner Form hinterher, Schädlich ging nach einer 0:4-Niederlage gegen Münster. Karsten Heine muss von Rang 16 aus in die Rückrunde starten, um eine verkorkste Saison wenigstens zu retten.

3. Der SV Darmstadt 98 und Dominik Stroh-Engel

200px-Svdarmstadt98.svgEigentlich sollten die Hessen in der Regionalliga spielen – hätte nicht der Lizenzentzug der der anderen Hessen (Kickers Offenbach) den Lilien den Klassenerhalt ermöglicht. Nun steht der Vorjahres-18. auf dem vierten Tabellenplatz, nur zwei Punkte hinter Rostock. Die Darmstädter haben mit +11 Toren das zweitbeste Torverhältnis der Liga und dürfen also – wenn die Leistungen konstant bleiben – am Ende der Saison auf die Teilnahme an den Relegationsspielen hoffen. Das ist auch der Verdienst von Dominik Stroh-Engel. Der Ausnahmestürmer bekam nach einem schwachen Jahr in Wiesbaden (drei Tore/34 Spiele) von den Verantwortlichen kein Vetrauen mehr geschenkt. In Darmstadt belehrt er seinen Ex-Verein eines besseren und kommt nach 17 Spielen auf 14 Tore und sechs Vorlagen.

4. RB Leipzigs fehlende Dominanz

320px-RB_Leipzig_2010_logo.svgEigentlich rechneten vor Saisonbeginn viele mit einem klaren Durchmarsch der Deutschland-Filiale des Salzburger Brauseherstellers. In der Tabelle sind die Bullen auf einem Aufstiegsplatz und werden auf diesem wahrscheinlich auch überwintern. Dominanz verbreitete das Team von Alex Zorniger auch beim Auftritt in Saarbrücken – in der Liga ist man aber neun Punkte von Tabellenführer Heidenheim entfernt. Niederlagen in Elversberg und Chemnitz, sowie die Heimpleite gegen Rostock führten der Liga vor Augen, dass der Startruppe der Nimbus des Klassenprimus fehlt. Während Heidenheim schon jetzt fast den Autoatlas der 2. Bundesliga auspacken kann, hat die Hinrunde gezeigt, dass der Aufstieg in Leipzig noch kein Selbstläufer ist.

5. Der MSV Duisburg

200px-Msv_duisburg(neu).svgDer Ex-Klub von Milan Sasic musste 2013 den bitteren Gang in die 3. Liga antreten, da trotz Tabellenplatz elf in der 2. Bundesliga die „wirtschaftliche Leistungsfähigkeit“ für jene Liga nicht nachgewiesen wurde. Von einen auf den anderen Tag war der MSV fast ohne Kader und musste auf die Suche gehen. Innerhalb kürzester Zeit schaffte es das Team um Neu-Trainer Karsten Baumann eine respektable Truppe auf die Beine zu stellen. Erstligaerfahrene Akteure wie Sascha Dum (65 Einsätze) oder Markus Bollmann (63 Einsätze), zweitligaerfahrene Akteure wie Branimir Bajic (147 Einsätze), Patrick Zoundi (91 Einsätze) oder Michael Ratajczak (85 Einsätze) oder auch der Drittligatorjäger Kingsley Onuegbu (76 Spiele/27 Tore) stehen im neuformierten Duisburger Kader. Bei dieser Erfahrung wirkt der neunte Tabellenplatz leicht enttäuschend – auch da ein weiteres Jahr 3. Liga die finanziellen Probleme des MSV nicht behebt und die teure Arena wie schon in Aachen zur erdrückenden Last werden könnte. In dieser konnte Duisburg bislang erst drei Heimsiege einfachen.

Bonus: Die große Überraschung, die eigentlich keine ist

1. Der 1. FC Saarbrücken

200px-1._FC_Saarbrücken.svgIn Saarbrücken ist bekannt, dass das Fanvolk gerne größere Stimmungsschwankungen auslebt. Nach den Abgängen von Spielern wie Benedikt Fernandez und Sven Sökler wurde der sichere Abstieg betrauert. Nach den Verpflichtungen von Thomas Rathgeber, Andreas Glockner und Nils Fischer wurde von Ligakonkurrenten zum „Geheimfavoriten“ ausgerufen und die Fans sprangen munter auf den Zug auf. Ich warnte damals vor diesem Mechanismus. Aber leider ging es dann so steil bergab, wie selbst ich es nicht vorausgeahnt hatte. Nun will jeder wieder „es gewusst haben“, dass Luginger schon immer schlecht war. Auch wenn er/sie noch 2011 an einen Aufstieg unter Luginger glaubten. Tatsächlich wurden dem FCS wohl drei Dinge zum Verhängnis: Lugingers unzureichende Saisonvorbereitung, die Abgänge von Sven Sökler und Manuel Stiefler, die nicht adäquat ersetzt wurden, sowie der Wechsel von Luginger zu Sasic, dessen Trainingsmethoden für manche Spieler eine zu abrupte Intensivierung des Trainingsalltags und Verletzungen zur Folge hatte. Hoffen wir, dass sich die Spieler in der Winterpause umstellen und Sasic neue Schaltstellen und Aktivposten für das Mittelfeld findet.

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