Zeitz: Rückkehr mit Ankündigung?

Manuel Zeitz, im September noch Gast im Ludwigspark. SR-Reporter Thomas Wollscheid würde ihn sicher auch gerne wieder in blau-schwarz spielen sehen. (Foto: Leuchtturm/Oldforest.de)

Zeitz, im September noch Gast im Ludwigspark. SR-Reporter Thomas Wollscheid würde ihn sicher auch gerne wieder in blau-schwarz spielen sehen. Oder auch bei beider Heimatverein SC Großrosseln. (Foto: Leuchtturm/Oldforest.de)

Der 1. FC Saarbrücken hat in Burghausen drei wichtige Punkte gesammelt. Beobachter der Partie des Letzten gegen den Vorletzten der Liga wussten bereits vorher, dass keine fußballerische Offenbarung zu erwarten war. Und obwohl der FCS mit 2:1 gewann, sahen viele Kommentatoren Wacker Burghausen spielerisch besser aufgestellt. Was auch stimmt. Im Abstiegskampf gewinnt aber, wer seine wenigen Chancen dann auch verwandelt. Und nicht die Mannschaft mit dem höheren Ballbesitz, der höheren Passquote oder den meisten Torgelegenheiten.

Weg von den trivialen Eigenschaften des Fußballspiels nach Paderborn. Dort beschäftigt seit Wochen die Frage, was in der Winterpause mit Manuel Zeitz geschieht. Aber vorher ein kleiner Blick in die Vergangenheit: Der 23-Jährige ging 2011 vom FCS zum 1. FC Nürnberg. Ähnliche Wege hatten bereits Mike Frantz und Philipp Wollscheid beschritten, beide sind noch heute Stammkräfte bei Bundesligisten. „Der ist noch talentierter als die beiden“, urteilten die Trainingskiebitze. Bislang liegen sie falsch.

Dabei deutete sich in seinem Abschiedsjahr an, dass Manuel Zeitz zu Höherem als der 3. Liga berufen war. 31 Spiele, sechs Tore, sechs Torvorlagen – so die Statistik der Saison 2010/11. Bemerkenswert für einen Spieler, der innerhalb von zwei Jahren von der Oberliga über die Regionalliga bis in die 3. Liga aufgestiegen ist und in jeder Leistungsklasse Herausragendes leistete. In der Saison 2011/12 war es dann wie ein kleiner Rückschritt, dass Zeitz sich mit der Regionalliga Süd begnügen musste. In 26 Spielen traf er viermal das Tor, nach einer schlechten Hinrunde stabilisierte sich mit Zeitz der 1. FC Nürnberg II in der Rückrunde. Bei den Profis stand er nur zweimal überhaupt im Kader – und blieb draußen. Im Gegensatz zu seinem ehemaligen Teamkollegen Philipp Wollscheid.

Paderborn: Zwischenzeitlich Stammspieler

Der logische Schritt: Ein Leihgeschäft mit einem Zweitligisten. Beim SC Paderborn sollte Zeitz wieder Fuß fassen und sich für Nürnberg empfehlen. In der Saison 2012/2013 durfte er so endlich Zweitligaluft schnuppern: 24 Spiele, davon 13 Mal als Einwechselspieler, zwei Tore. Zwischenzeitlich spielte sich Zeitz in die Startelf der Paderborner, verlor diesen Platz aber in der Winterpause wieder. Aus heutiger Sicht muss es seltsam erscheinen, dass Zeitz dennoch den Vertrag in Nürnberg löste und 2013 endgültig in Paderborn anheuerte. Als nomineller Neuzugang verschlimmerte sich der Trend für Zeitz: In dieser Saison kommt er erst auf fünf Spiele, 105 Minuten 2. Bundesliga. Im Pokal durfte er knapp zehn Minuten vor Schluss in Saarbrücken ran – um die Niederlage seiner Elf beim alten Verein mitanzusehen. Zeitz macht in Paderborn weniger sportlich von sich reden, als mit ständig wiederkehrenden und dann verstummenden Wechselgerüchten.

Das Ende in Paderborn?

Am Freitagabend sollte Zeitz dann eigentlich beim Auswärtsspiel in Sandhausen eine seiner rar gesäten Chancen bekommen, überraschte dann aber mit seiner Abwesenheit. Der Trainer des SC Paderborn, Andre Breitenreiter, strich Zeitz spontan aus dem Kader. Die offizielle Begründung: Disziplinarische Maßnahme. Das Westfalen-Blatt berichtet von einem Interview mit Zeitz, das zur Suspendierung geführt haben soll.

Ob Zeitz noch eine Zukunft in Paderborn hat? Dies scheint fraglich. Sportlich auf dem Abstellgleis und mit einem stark interessierten 1. FC Saarbrücken passt die Suspendierung ins Bild. Sein Berater Guido Nickolay, dem ein guter Draht zum neuen FCS-Präsident Hartmut Ostermann nachgesagt wird, hat bereits vor einigen Wochen via BILD Saarland für seinen Klienten Zeitz geworben. Freilich wird er mit solchen medialen Manövern übertönen müssen, dass der Mittelfeldspieler 2013 gerade einmal 324 Minuten in einem Pflichtspiel für Paderborn auf dem Platz gestanden hat – das sind nicht einmal vier Spiele. In der Bundesliga ist Zeitz vorerst gescheitert.

Die Tücken der Rückholaktion

Rückholaktionen waren beim 1. FC Saarbrücken in der Vergangenheit meist ein Debakel (Stratos, Akpoborie) oder zumindest zeigten die Spieler, dass sie stark abgebaut hatten(Hutwelker, Choji, Haffner, Reuter). Wirklich gute Rückkehrer waren Ausnahme (Zimmermann, Weißmann), auch spielte hier der Faktor Alter eine große Rolle.  So bewirkte die Rückkehr eines anderen Klienten von Nickolays Beraterfirma Soccer and more keine Jubelstürme: Der defensive Mittelfeldspieler Julien Humbert passte sich bei seinem „Comeback“ in Mettlach den Leistungen seiner Nebenleute an.

Das zentrale und defensive Mittelfeld bleibt allerdings weiter die hauptsächliche Baustelle, für die Milan Sasic in der Winterpause eine weitere Option braucht, sollte sich Humbert als der klassische „Panikeinkauf“ erweisen. Und hier kommt Manuel Zeitz wieder ins Spiel. Manuel Zeitz würde im Falle einer Rückkehr weniger an gescheiterte Beispiele, denn an Nico Weißmann oder Nico Zimmermann erinnern, mit denen er zusammen ein Mittelfeldtrio bildete. Zeitz ist noch jung genug, um noch ein gutes Jahrzehnt im bezahlten Fußball zu verbringen. Er bringt Eigenschaften mit, die Notlösungen im Mittelfeld wie Martin Forkel fehlen – die Stärke am Ball, eine Torgefährlichkeit, Kreativität. Zudem dürfte auch Zeitz mitbekommen haben, dass der Verein Jürgen Lugingers Rauswurf auch auf der Mitgliederversammlung nicht mit der Angst vor dem Abstieg begründete. Sondern mit dem Wunsch, 2014/2015 oben anzugreifen.

Es bleibt also spannend in der Sache Zeitz/Paderborn. Einiges deutet darauf hin, dass Manuel Zeitz in Paderborn unter Breitenreiter keine Chancen mehr sieht und seine Rückkehr nach Saarbrücken forciert. Angesichts der offensichtlichen Defizite im System des 1. FC Saarbrücken und der Fähigkeiten Zeitz‘ wäre die Rückkehr vielleicht nicht die schlechteste Variante. Auch wenn sich sowohl der FCS als auch Zeitz wohl lieber unter besseren Umständen wiederbegegnet wären.

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2 Antworten zu Zeitz: Rückkehr mit Ankündigung?

  1. sven schreibt:

    Ich hoffe er kommt zum fcs zuruck

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