Auf den letzten Drücker

Auf Regen folgt Sonnenschein (Astérix-Band "Der Seher)

Auf Regen folgt Sonnenschein (Astérix-Band „Der Seher)

Der 1. FC Saarbrücken sammelt weiter Punkte in kleinen Schritten. Das insgesamt fünfte Unentschieden seit dem Amtsantritt von Milan Sasic gehört dabei zweifelsohne zu den Punkteteilungen, die eher einem gefühlten Sieg gleichen. An der Moral der Mannschaft scheint es nach dem 2:2 gegen den SC Preußen Münster wenig Zweifel zu geben. An ihren Fähigkeiten schon.

Rauch im Gästeblock

Rauch im Gästeblock

Vor knapp 7.000 zahlenden Zuschauern (dieser Gag darf in keinem Spielbericht fehlen) schien der FCS zuerst die aktivere Mannschaft – um dann sämtliche taktischen Überlegungen in der 25. Minute zu begraben. Benjamin Siegert stürmte auf das Tor von Timo Ochs zu, FCS-Außenverteidiger Tim Stegerer kam nicht gut genug hinterher. Siegert fiel und Schiedsrichter Stefan Glasmacher deutete auf den Punkt: Elfmeter und Platzverweis. Das Stadion verständigte sich in der Folge auf „Schieber!“-Rufe. Meiner Meinung nach kein eindeutiger, aber durchaus vertretbarer Elfmeter. Stegerer stellt sich unbeholfen an und sieht – wie es die Regel eben unter diesen Umständen erfordert – zudem Rot. Das 1:0 durch Stefan Kühne folgte der Aktion, die weniger über die Fähigkeiten des Schiedsrichter, als über die Abwehrsituation beim 1. FC Saarbrücken aussagt.

Unvermögen auf mehreren Seiten

Ludwigspark.de-Legende und Aufsichtsratskandidat im Partnerlook.

F-Block-Franzose und Aufsichtsratskandidat im Partnerlook.

Bis zur Pause sahen die Zuschauer ein dürftiges Drittligaspiel. Der Fast-Aufsteiger aus dem Vorjahr spielte in der Überzahl zu vorsichtig und unentschlossen. Dass die Mannschaft von Ralf Loose in dieser Saison weit unter dem Niveau der Vorsaison agiert, offenbarte sich aus der Unfähigkeit, die neue Situation zu nutzen. Wenn man denn mal die nicht wirklich sortierte FCS-Abwehr überwand, stand Ochs im Wege. Der FCS konnte sich nur selten befreien, haderte zu sehr mit dem nicht souveränen Schiedsrichter. Dass diese Haltung keine Verbesserung der Situation mit sich brachte, versteht sich von selbst.

Nach dem Seitenwechsel wurde diese Haltung der Gäste dann bestraft. Der nicht unbedingt fähigere, aber doch motiviertere FCS kam zum Ausgleich: Einen langen Freistoß von Christian Eggert wehrte Münster zu kurz ab, Nils Fischer nahm den Ball volley und traf ins Schwarze. In der Folge kam Münster wieder zu Chancen – bis zur 66. Minute war immer wieder Timo Ochs Endstation. Dann entschwand jedoch Matthew Taylor nach einer Siegert-Flanke der Innenverteidigung und brachte den Ball mit einem Flugkopfball in die Maschen.

Exkurs: Die Kritik an Dieter Weller

Dieter Weller (Foto: Oldforest.de/Leuchtturm)

Dieter Weller (Foto: Oldforest.de/Leuchtturm)

Inzwischen hatte sich bei einigen Akteuren das Augenmerk auf die Virage Est verlegt. Mit den Spruchbändern „GELD IN DEN KASSEN – FANS VERPRELLT – DANKE WELLER!“ und nicht zitierfähigen Äußerungen ging die Kurve Schatzmeister Dieter Weller an – was von einzelnen anderen Stehplatzgänger mit Pfiffen bedacht wurde. Man kann trefflich über die Wortwahl streiten (auf den Plakaten ist diese immerhin völlig einwandfrei) – Weller selbst ist auf Mitgliederversammlungen als Freund scharfer Worte in Erscheinung getreten – in der Sache sieht es folgend aus: Die Virage Est trat an den Verein mit der Bitte, das Kartenkontingent für den E2 (2000 Karten) selbst verwalten zu dürfen. Der Verein fand dies zunächst nicht schlecht, überließ die Entscheidung jedoch dem Präsidium. Erst einen Tag vor Ende von Verkaufsphase I wurden die Fans der Virage Est informiert, dass der Vorschlag abgelehnt wurde – von Schatzmeister Weller. Bis dahin bekamen bekannte Virage-Est-Gänger beim Kartenverkauf gesagt, Karten für den E2 würden von der Virage Est selbst verkauft werden.

Insgesamt ist also weniger die Äußerung der Kurve der Skandal. Es ist ein weiteres Beispiel für die desolate Kommunikation zwischen Verein und Fans. Und ein Beleg dafür, dass beim Alleingang Wellers in Sachen Kartenverkauf eben nicht alles so durchdacht war, wie es den Anschein hatte.

Doch ein glückliches Ende

Zum Sieg "für uns" hat es dann doch nicht gereicht.

Zum Sieg „für uns“ hat es dann doch nicht gereicht.

Zurück zum Happyend des Spiels. In der 90. Minute setzte Milan Sasic trotz Unterzahl weiter auf Offensive – mittlerweile waren Thomas Rathgeber und Maurice Deville im Spiel. In der Nachspielzeit kam eben der Luxemburger Deville am Fünfmeterraum an den Ball und flankte ohne zu Sehen vor das Tor von Preußen-Keeper Masuch. Rathgeber rauschte heran und vollstreckte zum verdienten 2:2-Ausgleich.

Sichtlich erleichtert zeigten sich die FCS-Akteure nach dem Abpfiff. Es fehlen zwar weiter die großen Schritte, um den Keller zu verlassen – aber ein Punkt in Unterzahl ist eben auch ein Ergebnis, das dem Verein Hoffnung verleiht. Die Hoffnung wird genährt von dem Umstand, dass die Mannschaft sich auch unter widrigen Umständen nicht leicht geschlagen gibt. Dieses Gefühl fehlte unter Luginger am Ende  zu oft. Etwas anderes hat sich leider ganz und gar nicht verbessert: Die Defensivleistung der Blau-Schwarzen ist schlecht wie eh und je, auch Sasic scheint nicht der Lage Herr zu werden. Vielleicht wäre es auch so langsam an der Zeit, den demontierten Kapitän Marc Lerandy zu rehabilitieren. Disziplinarmaßnahmen sind nur dann solche, wenn sie dem Bestraften eine echte Chance zur Wiedergutmachung bieten.

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3 Antworten zu Auf den letzten Drücker

  1. Alfred Weinandy schreibt:

    Daumen nach oben für die beiden letzten Sätze.

  2. stefan schreibt:

    lerandy wird unter Sasic kein Spiel mehr bestreiten. Daran ist Marc aber selber schuld.

Kommentare sind geschlossen.