KERNig in den Aufsichtsrat, glücklich zum Heimsieg

Florian Kern mit Frank Grundhever

Florian Kern mit Frank Grundhever

Ein ereignisreicher Tag, dieses Spiel (mein erstes seit mehr als zwei Monaten) des 1. FC Saarbrücken. Der Trainer ist schon länger ein anderer, der Präsident auch. Warum also nicht auch mal ein neues Mitglied im Aufsichtsrat? Wie schon mehrfach hier berichtet wurde, bewirbt sich Florian Kern für eben jenes Gremium und wird von mir dabei unterstützt. Deswegen war ich zur Rückkehr in den Park gleich als Wahlkampfhelfer unterwegs.

Nach dem Aufbau des Standes am F-Block und einigen Auftritten als Statist für das Fernsehen (wie schon mal in Mannheim), ging es mit einem großen Stapel Flyer, Aufklebern und einem Klemmbrett zur Haupttribüne. Mein angestammtes Revier für den Leuchtturm-Verkauf, eine nicht immer ganz einfache Stelle zum Ansprechen von fremden Menschen, aber eine besonders spannende. Die meisten Reaktionen auf die Kampagne waren durchaus nicht ausschweifend, man nahm mir den Flyer ab und als gegeben hin. Ein alter Bekannter fragte: „Aber Du bist doch noch im Ausland?“ Stimmt auch nicht mehr ganz. Ein langjähriges Vereinsmitglied beklagte bei Fanradiomoderatoren und mir die Kartenvergabe für das Dortmundspiel. Tatsächlich begannen sich aber auch einige Leute für die Aktion zu interessieren. Verweigert wurde der Flyer nur von wenigen, so etwa einem älteren BILD-Reporter und einigen Offiziellen. Maurice Deville erkannte ich nicht sofort und fragte: „Sind Sie schon im Verein Mitglied?“ Die Antwort, dass er für selbigen spiele, überraschte mich kurz, wenigstens schaffte ich es, einen Flyer an den Luxemburger zu bringen. Immer die Haltung wahren. Nach viel Laufarbeit und immerhin auch einem geworbenen Vereinsmitglied und einigen verteilten Anträgen, ging es ins Stadion.

IMG_5613Das 0:1 für die Gäste von den Stuttgarter Kickers sollte ich dann sogleich verpassen. Nicht einmal fünf Minuten waren gespielt (und noch keine Merguez-Frikadelle bestellt), da bestrafte Alvarez Knipping für einen Aussetzer und brachte die Kickers in Führung. Milan Sasic, vor wenigen Wochen für den glücklosen Jürgen Luginger verpflichtet, sollte eigentlich mal die Abwehr auf Vordermann bringen. Vielleicht muss der Einfluss von Trainern auf die Abwehr grundsätzlich überdacht werden. Mit der ersten Chance für den FCS nach 25 Minuten gab es dann den eher überraschenden Ausgleich durch Marcel Ziemer, der wieder einmal seinem Ruf als Lebensversicherung des FCS gerecht wurde. Kurz darauf wurde es dann schon fast kurios, als Christian Eggert einen Freistoß scharf vor das Tor von Markus Krauss brachte. Kickers-Verteidiger Leist verlängerte den Ball in Rücklage unglücklich ins eigene Tor – 2:1 für den FCS. Zu diesem Zeitpunkt unerwartet und unverdient.

Doch die Kickers sollten in der Folge wieder das Spiel bestimmen und drehten wieder auf. In der Tabelle trennten den FCS und die Schwaben vor Anpfiff zwar nur wenige Plätze, auf dem Platz glaubte man aber zeitweise an den Klassenunterschied. Soriano schaffte den Ausgleich, indem er einmal die komplette FCS-Abwehr ausdribbelte und dreimal hintereinander noch die selbe Körpertäuschung vollführte. Mit 2:2 ging es in die Kabine.

Nach Wiederanpfiff (und einem netten Hinweis der Virage Est auf den Viagogo-Unsinn) machten beide Mannschaften dort weiter, wo sie aufgehört hatten. Stuttgart trat dominant wie eine Heimmannschaft auf, der FCS versuchte sich mit langen Bällen aus dem IMG_5626Würgegriff zu befreien. Die FCS-Abwehr schien es dabei für eine gute Idee zu halten, Timo Ochs alleine mit der Aufgabe des Tore-Verhinderns zu betrauen. Zum Glück ist der aktuelle Kapitän auf dem Rasen dieser Aufgabe auch meist gewachsen. Sein Gegenüber Krauss war in der 58. Minute dann ein einziges Mal zu nachlässig und erlaubte den Führungstreffer. Nach einem weiten Einwurf an den Fünfmeterraum klebte Krauss auf der Linie und kam nicht mehr an den gut platzierten Kopfball von Philipp Hoffmann heran. In der Folge hätte der FCS die Partie sogar entscheiden können, Korte traf mit seinem Heber allerdings die Latte, Ziemer per Kopf den Pfosten. Stuttgart fiel dann gegen Ende auf das Niveau zurück, das die eigene Tabellenposition widerspiegelt und überließ dem FCS drei Punkte.

Ein in vielfacher Hinsicht anstrengender Tag war zu Ende. Die Freude über den Sieg: Enorm. Aber das Gefühl nach Abpfiff: Zweifel am Können dieser Mannschaft, ganz große. Gewiss ist nur eines: Um die Zukunft des FCS geht es nicht nur auf dem Platz.

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