Ein Jahr danach – Was macht der FCS im Web 2.0?

Vor fast genau einem Jahr erschien in diesem Blog eine Analyse der Social-Media-Aktivitäten des 1. FC Saarbrücken. Es wurden die verschiedenen Plattformen vorgestellt, auf denen der FCS unterwegs ist, und analysiert, was gut läuft und was verbesserungswürdig ist. Kurz zusammengefasst lautete damals mein Fazit: In vielen Dingen ist der 1. FC Saarbrücken besser als sein Ruf, in anderen gibt es viel Luft nach oben. Was hat sich seit meinem Artikel getan?

fcshomepage

Screenshot: fc-saarbruecken.de

Webseite: www.fc-saarbruecken.de

Unverändert bleibt die offizielle Vereins-Webseite der Eingang zu den Social-Media-Aktivitäten des Vereins. Unverändert auch die Stärken und Schwächen des Portals. Twitter und Facebook sind prominent verlinkt, aber nicht in die Seite integriert. Das Fanradio ist hervorgehoben. Leider wurde ein großes Manko nicht beseitigt: Man muss sich weiter durch die Seite klicken, bis man die Verlinkung zur Facebook-Seite der Fanbetreuung gefunden hat. Warum das schlecht ist? Später mehr.

Vereinsforum

Auch hier gab es keine nennenswerte Veränderung. Innerhalb eines Jahres haben sich zwar mehr als 100 neue Nutzer angemeldet – die wenigsten davon sind zu dauerhaften Schreibern geworden. Einen großen Strom von ehemaligen ludwigspark.de-Nutzern in das offizielle Forum hat es nicht gegeben. Deutlich wird das an einer Zahl: Vor einem Jahr gab es noch durchschnittlich 250 Beiträge pro Tag, nun sind es noch knapp 167. Dieser drastische Rückgang verdeutlicht, dass die Online-Fanszene eher auf Facebook oder ludwigspark.de diskutiert.

Fanradio

Hier ist fast alles beim Alten geblieben. Mit Ausnahme der Saarlandpokalspiele werden die Auftritte der Blau-Schwarzen zu Hause und aus der Ferne kommentiert – auch wenn die Öffentlich-Rechtlichen parallel einen Livestream anbieten. Einen integrierten Chat gibt es immer noch nicht.

Blau-Schwarzes Sofa

Neu ist das Blau-Schwarze Sofa, eine gemeinsam von den Innwurf-Supporters, der Fanbetreuung und dem Fanradio betriebene Radiosendung. In unregelmäßigen Abständen lädt Fanradio-Moderator Kai Gäste aus dem Verein und der Fanszene in die Villa Blau-Schwarz zum Gespräch. Zwei Mal 45 Minuten soll die Sendung eigentlich dauern – was angesichts der vielen Fragen aus dem Publikum bislang nie wirklich eingehalten wurde. Fragen stellen können leider nur die Zuschauer, die den Weg in die Villa auf sich nehmen, eine „Call-In-Sendung“ ist das Blau-Schwarze Sofa leider nicht, auch Fragen aus dem Netz werden nicht eingebunden. Neben dem fehlenden Podcast-Service sind das die einzigen Punkte, die für Wehmut sorgen – das Blau-Schwarze Sofa hat in zwei Folgen Lust auf mehr gemacht.

Facebook 1. FC Saarbrücken

Mit knapp 2500 neuen Fans innerhalb eines Jahres hat die Seite die 10.000er Marke geknackt. Der Inhalt ist weitestgehend gleich geblieben: Newsmeldungen, Spielankündigungen, wenig Persönliches, viel Informatives. Positiv: Statusmeldungen und Fotogalerien der FCS-Fanbetreuung werden mittlerweile von der offiziellen Seite geteilt und besser verbreitet. Und eine kleine Randnotiz: Die URL ist jetzt schöner.

https://www.facebook.com/ERSTERFCS

Facebook FCS-Fanbetreuung

Die Fanbetreuung hat ihre „Likes“ innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt und liegt bei knapp über 1900 Freunden. Das ist nur verdient, aber eigentlich noch viel zu wenig, da hier den FCS-Fans viel geboten wird: Aktuelle Infos, nützliche Hinweise aus der Fanszene, Fotogalerien der Spiele. Highlight war sicher die T-Shirt-Aktion, die nach dem Fantreffen Anfang der Saison initiiert wurde. Fans konnten ihre T-Shirt-Entwürfe einreichen, die Nutzer wählten in zwei Runden ihren Favoriten, der künftig für den Fanshop produziert werden soll. An der Umsetzung haperte es leider noch (Ein Plagiat eines bekannten FC-Bayern-Shirts kam in die zweite Runde), aber die Aktion schreit geradezu nach Wiederholung.

Vor Kurzem präsentierte die Fanbetreuung ein FCS FAN-TV, einen Testlauf für das schon sagenumwobene FCS-TV, das seit Jahren kursiert. Das Echo auf die Initiative der Fanbetreuung war weitestgehend positiv, das Resultat lässt sich auch sehen. Leider gab es bislang noch keine Fortsetzung:

Twitter

Hier hat der 1. FC Saarbrücken über 600 Follower gewonnen – vollkommen unberechtigt. Auf Twitter lässt der Verein viel Potenzial liegen, was an der ärgerlichen Verlinkung mit den Facebook-Inhalten liegt. Wer den FCS schon auf Facebook „liked“, der braucht auf Twitter nicht zu folgen, denn es bringt keinen Mehrwert. So bleibt der Account des FCS leider so spannend wie dem Gras im E-Block beim Wachsen zuzuschauen.

Analyse

Einiges hat sich getan. Mein Vorschlag, die Facebook-Seite der Fanbetreuung des FCS besser mit der offiziellen zu verknüpfen, hat offensichtlich Anklang gefunden. Zudem gab es einige schöne neue Initiativen, wie den T-Shirt-Wettbewerb oder das Blau-Schwarze Sofa. Was hierbei auffällt: Die Ideen kamen nie direkt vom Verein, sondern meist aus der Fanszene selbst. Hier macht der Verein es nur richtig, wenn er Initiativen wie die genannten unterstützt. Leider braucht es in der Umsetzung oft lange, was die T-Shirt-Aktion und das FCS FAN-TV zeigen. An welchen Stellen es hier nicht direkt weitergeht, lässt sich von meiner Seite aus nicht beurteilen.

Müsste ich mit einem Vorschlag abschließen so wär dieser: Löscht den Twitter-Account entweder oder gebt ihn in professionelle Hände. Retweets, Replys, keine Facebook-Verlinkungen – gerade auf Twitter gibt es eine lebendige Fußballszene, die authentische Accounts wertschätzen. Die erreicht man nur, wenn man sich ein wenig Mühe gibt. Wenn ein Team von engagierten Fans den FCS auf Twitter betreuen würde, wäre das ein Anfang.

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