Ungleiche Chancen vor der Wahl

Die letzte Mitgliederversammlung

Die letzte Mitgliederversammlung

Der Verein hat es nun auch offiziell gemacht: Hartmut Ostermann ist neuer Präsident des 1. FC Saarbrücken. Paul Borgard wird öffentlich nicht müde, zu betonen, dass sein Rückzug auf freiwilliger Basis geschah:

Nachdem es gelungen ist, Herrn Hartmut Ostermann für eine erneute Übernahme des Präsidentenamtes zu gewinnen, erscheint es mir sinnvoll zu sein, nicht bis zur Mitgliederversammlung zu warten, sondern den angestrebten Wechsel sofort zu vollziehen. Dieses Verfahren gibt meinem Nachfolger die Möglichkeit, die weiteren Planungen für die laufende Saison sowie die kommende (die nächste Lizensierung ist nicht weit) selber zu initiieren.

So weit die Abschiedsrede von Borgard. Eine andere Stelle der offiziellen Mitteilung ist dabei fast noch spannender im Hinblick auf die kommende Mitgliederversammlung am 19. November 2013. Der Aufsichtsrat hat dem heimatlosen Borgard nun nämlich ein vorübergehendes Zuhause gegeben:

Der Aufsichtsrat dankte Paul Borgard für seine Arbeit und kooptierte ihn bis zur Neuwahl des Aufsichtsrats auf der nächsten Mitgliederversammlung.

Das heißt, dass der gerade zurückgetretene Präsident in das Gremium wechselt, das für die Wahl und Kontrolle des Präsidiums zuständig wechselt. Vor den Neuwahlen des Aufsichtsrats ist nun Paul Borgard „kooptiertes Mitglied“. Er darf an Sitzungen des Aufsichtsrats teilnehmen, ist aber nicht stimmberechtigt.

Für die anderen Kandidaten für die Wahl zum Aufsichtsrat muss dieser Vorgang wie ein Schlag ins Gesicht wirken: Borgard, der von den Mitgliedern bislang kein Mandat als Aufsichtsratsmitglied erhalten hat, aber sich wohl zur Wahl stellen wird, erhält vom amtierenden Aufsichtsrat eine bevorzugte Behandlung. Und diese ist dabei nicht einmal in der Satzung vermerkt. Es wirkt so, als wolle der amtierende Aufsichtsrat damit klar zum Ausdruck bringen, dass Borgard als Nachfolger von Horst Hinschberger gewünscht ist. Nach Hinschbergers Rücktritt besteht der Aufsichtsrat nämlich aus sechs Mitgliedern – die Satzung schreibt fünf oder sieben Mitglieder vor.

Meiner Meinung nach ist dieser Vorgang – einen Monat vor den Neuwahlen des Aufsichtsrates – nicht nur unanständig den Mitgliedern gegenüber, sondern auch undemokratisch. Die bislang bekannten Kandidaten des Fanlagers sind gegenüber dem ebenso wenig gewählten Borgard im Nachteil. Daraus ergeben sich für mich zwei mögliche Konsequenzen, um die Gleichbehandlung aller Kandidaten bei der Wahl aufrecht zu erhalten:

1. Paul Borgard nimmt sein Mandat als kooptiertes Mitglied des Aufsichtsrates bis zu den Neuwahlen wahr. Er tritt freiwillig nicht zur Wahl an und scheidet nach der Neuwahl des Gremiums als kooptiertes Mitglied aus.

oder

2. Alle Kandidaten für den Aufsichtsrat, die bislang nicht gewählt sind, werden bis zur Wahl im November ebenfalls für den Aufsichtsrat kooptiert.

Dieser Blogeintrag wird an die Geschäftsstelle des 1. FC Saarbrücken, dem ich auch als Mitglied angehöre, weitergeleitet. Ich möchte bei meiner Wahl im November nicht durch Tricks beeinflusst werden, die nicht in der Satzung vermerkt sind. Und alle anderen Mitglieder sollten ebenso die Chance haben, sich ihre Meinungsbildung nicht beeinflussen zu lassen, indem man ihnen suggeriert, Borgard würde „wiedergewählt“. Dieser Umgang mit den stimmberechtigten Mitgliedern des Vereins seitens des Aufsichtsrats ist höchst unanständig und sollte schnellstens korrigiert werden.

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4 Antworten zu Ungleiche Chancen vor der Wahl

  1. Stan schreibt:

    hier schreibt jemand völlig richtige Sachen, glaubt aber leider, er könne mit dazu beitragen, dass es beim FCS fair u. legal zugeht. Das ist lachhaft!!! Diese Herren im Aufsichtsrat, im Präsidium u. im Ehrenrat machen nur das, was sie wollen u. was ihnen passt. Der „gewöhnliche“ Fan bzw. das „gewöhnliche“ Mitglied hat Null-Chance hier einzugreifen. Nur die Person kommt in den AR, die Ostermann genehm ist. Und so ist es mit dem Präsidium u. so ist es mit dem Ehrenrat. Mitglieder u. Fans wurden bei der berühmten Mitgliederversammlung im Jahre ??? ausgeschlossen bzw. ihnen wurde jedes Mitspracherecht genommen, als man die Satzung änderte u. die Wahl des Präsidiums durch die Mitgliederversammlung abschaffte. Und leider, Eine Mitgliederversammlung, die sich so entmachten lässt, darf sich anschließend nicht beschweren. Jetzt ist es zu spät.

    • Carsten schreibt:

      Ich kann nachvollziehen, dass Menschen aus Frust darüber, wie es gelaufen ist, ihr Engagement im Verein beenden und sagen: bringt doch nix mehr. Aber ich persönlich halte es sehr wohl für angebracht, sich gerade jetzt zu engagieren. Dass es auf der letzten MV viele Anträge gab und jetzt wieder mehr Leute für den AR kandidieren, zeigt meiner Meinung nach: Die Basis ist lebendiger als nie. Das können auch Sie nicht abstreiten.

  2. Stan schreibt:

    @ Carsten:
    dein Engagement u. dein Glauben in allen Ehren (finde ich echt gut). Ich behaupte aber, dass im nächsten Aufsichtsrat folgende Personen sitzen werden: Reinhard Klimmt , Franz-J. Abel, Michael Arnold, Daniel Hager, Prof. Leo Petry, Egon Schmitt + Paul Borgard. Und das obwohl es ganz sicher Bewerber gibt, die einsteigen wollen u. es vermutlich sogar besser machen würden. Warten wir das Ergebnis einfach mal ab. Ich würde mich freuen, wenn ich Unrecht hätte.

    • Carsten schreibt:

      Mein Glaube? Den kennen Sie zwar nicht, aber er beinhaltet auch, dass ich von solchen Einlassungen vor der Mitgliederversammlung wenig halte.

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