Victor’s besitzt die Marketing-Rechte am 1. FC Saarbrücken

fantreffenFantreffen in Alt-Saarbrücken. Mein letzter Besuch auf einer solchen Veranstaltung liegt einige Jahre zurück. Meist sind diese Treffen Ansammlungen von Fragen, auf die doch niemand eine Antwort zu geben vermag. Oder sowas wie die halbjährliche zum „Dampf ablassen“, bei der die Fans den Lenkern des Vereins die Meinung geigen. Deswegen – und auch wegen der für mich meist langen Anreise – blieb ich öfters fern. Gestern war es dann mal wieder so weit und es wurde auch größtenteils wie erwartet. Mit einem, ganz kleinen Unterschied.

Ich hatte mir einige Fragen vorgenommen. In einer Ausgangsfrage hat mich interessiert, wie sich Geschäftsführer Marketing Sebastian Pini denn so schlägt. Der wurde mit viel Aufhebens vor einem Jahr verpflichtet – als jemand, der das Marketing und den Stadionumbau voran treiben sollte. Mich interessierte, wie es denn nun bei den Verhandlungen mit den Sportvermarktern aussähe. Zur Erinnerung: Bei der letzten Mitgliederversammlung wurden mehrere Namen von Vermarktern präsentiert. Es hieß damals, dass ohne ein neues Stadion mit Business-Plätzen und Logen noch kein Vertrag mit einem Vermarkter sinnvoll wäre.

Umso überraschender, dass Klimmt in seiner Antwort nebenbei erwähnte: Die Marketing-Rechte des Vereins liegen bei Victor’s. Schon zu D-Mark-Zeiten habe der Verein die Rechte an die Firma von Hartmut Ostermann verkauft, weil sie Geld brauchte. Der Verein besäße zwar ein Rückkaufrecht zum gleichen Preis, allerdings habe er das Geld derzeit nicht. Und aufgrund der hohen Inflation lohne das nicht. Gewinn habe Victor’s nicht aus den Rechten gezogen, aber deswegen die Zuwendungen an den FCS gemindert.

Zwei Sitze weiter konnten die Zuschauer dem Gesicht von Paul Borgard ablesen, dass Herr Klimmt da etwas gesagt hat, was nicht für alle Ohren bestimmt war. Die Gerüchte, dass Victor’s schon sämtliche Vermarktungsrechte am FCS und selbst an noch nicht fertiggestellten (!) VIP-Logen und Business-Plätze besitze, war mir schon seit einem Jahr bekannt. Allein gab es keine Beweise oder Bestätigungen seitens des Vereins. Das hat sich gestern geändert.

Allerdings kennt noch kein einfaches Mitglied und noch kein Fan den genauen Inhalt der Verträge. Sagen lässt sich nur, dass der 1. FC Saarbrücken nun faktisch noch abhängiger von Hartmut Ostermann ist, als dies schon seit Jahren der Fall ist.

Als ich weiter zu Pini fragte, ob er denn überhaupt einen guten Job getan hätte, da ja anfang des Jahres für den Stadionumbau noch 28 Mio. Euro anstelle von 15 Mio. Euro zur Disposition standen, lautete die Antwort von Klimmt: Das stimmt so nicht, denn erstens sei ja hier die Politik entscheidend gewesen und zweitens seien in dieser Phase ja auch er und Paul Borgard die involvierten Vereinsvertreter gewesen.

Davon abgesehen, dass es kein Geheimnis ist, dass der politische Einfluss von Borgard und Klimmt stark zusammengeschrumpft ist: Was sind denn dann die Aufgaben von Sebastian Pini? Beim Stadion war er in der entscheidenden Phase nicht mehr wichtigster Mann am Tisch. Und Vermarkungsrechte besitzt der Verein nicht mehr. „Im Moment hat er eher weniger zu tun“, sagte Klimmt. Das verwundert nicht. Immerhin arbeite Pini ehrenamtlich. Was genau er denn arbeiten soll, frage ich mich immer noch.

Nach knapp 90 Minuten war auch dieses Fantreffen beendet. Es wird sicherlich allein aufgrund des Klimmtschen Versprechers in Sachen Vermarktungsrechte noch lange in aller Munde sein. Hoffentlich auch noch bis zur kommenden Mitgliederversammlung. Wenn die Vereinsführung schlau ist, legt sie spätestens dann ihren Mitgliedern Details zum Verkauf an Victor’s offen.

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