Nachholbeiträge: Neuzugänge

Es gibt viel nachzuholen. Diese Erkenntnis habe ich nach einer Woche, während der ich mich auf einer bereits länger geplanten Reise befand. Einerseits wurden kurz vor Reiseantritt noch letzte Neuzugänge rausgehauen, andererseits wurde mit erstaunlicher Kurzfristigkeit zur Versammlung getrommelt, als die Stadt ihr Stadionkonzept vorstellte. Wer einen Bericht vom Abend möchte, ist bei ludwigspark.de gut aufgehoben, obgleich ich eine im Gästebuch jener Seite geäußerte Behauptung zurückweisen muss: Es war jemand vom Leuchtturm (genauer gesagt: Sein Schatten) anwesend. Dass die nichtalkoholischen Getränke der Villa Blau-Schwarz bei dem guten Bernhard dennoch für sinnesbeinträchtigende Effekte sorgt, ist ein anderes Thema.

Also nun ein erster Nachholbeitrag, der die beiden verbliebenen Neuzugänge würdigt, die im Blog noch nicht unter die Lupe genommen wurden. Schon vorab lässt sich sagen: Eine wirkliche Überraschung war das nicht.

Maurice Deville:

Der Wechsel von Maurice John Deville zum 1. FC Saarbrücken wurde aus vielerlei Hinsicht medial zelebriert. Einerseits ist da der Vater Franck, in den 90ern kurz selbst für den FCS am Ball, der nun sein Einkommen als Fotomodell verdient. Da wäre die Aussage Devilles nach Vollzug, dass der 1. FC Saarbrücken eben doch mehr Fans und Tradition habe, als sein alter Arbeitgeber, die SV Elversberg. Das brachte ihm gleich viele Sympathien ein, aber ganz neutral betrachtet, sind es Aussagen, die sich Spieler in der heutigen Fußballwelt eigentlich schenken. Fußballer sind Angestellte geworden und schließen sich dem Verein an, der am besten bezahlt und um die höchsten Plätze mitspielt. Dem fast 21-jährigen Deville sei sowas aber auf jeden Fall verziehen, es sind Floskeln, die jeder Fußballer unter 25 Jahren noch arglos sagen darf (außer er wechselt für knapp 40 Millionen Euro zum FC Bayern München. Dann empören sich noch ganze Städte).

Aber hin zu den wirklich interessanten Aspekten von Devilles noch junger, fußballerischer Karriere. Der luxemburgische A-Nationalspieler kickte einige Jahre in der Jugend von Alemannia Aachen, um sich 2011 den Elversbergern anzuschließen. In 63 Spielen gelangen dem Offensiv-Mann 18 Treffer, zehn Mal bereitete er ein Tor vor. Bemerkenswert ist, dass er in jedem dritten Spiel eingewechselt wurde (21 Einwechslungen). Für einen jungen Spieler in der Regionalliga sind das ordentliche Werte. Deville ist sowohl im Sturm, als auch auf den Außenpositionen oder versetzt hinter der Sturmspitze einsetzbar, mit 1,94 Metern zudem auch mal für ein Kopfballtor gut.

Die Frage, die einige Trainingskiebitze und Forengänger aufwarfen: Ist Deville für die Dritte Liga „robust“ genug? Hier schwanke ich meist zwischen „Das ist doch wieder eine abgedroschene Floskel!“ und „Mal sehen“. Deville ist sicher noch kein ausgereifter Profifußballer, hat aber erinnert von der Vorgeschichte her ein wenig an Johannes Wurtz. Der heutige Werderaner war ähnlich jung, als er seinen Durchbruch schaffte und begleitete auch die gleichen Positionen. Bleibt Deville von Verletungspech verschont, könnte er ein guter Ergänzungsspieler werden. Oder sogar mehr.

Kim Falkenberg

Auch den Namen „Kim Falkenberg“ hatten einige Leuten aufmerksam notiert: Der Rechtsverteidiger feierte sein Zweitligadebüt 2008 für Rot-Weiß Oberhausen, welches damals von Jürgen Luginger trainiert wurde. Ähnlich wie bei Tim Kruse hat sich der FCS-Trainer nun also die Dienste eines Akteurs gesichert, den er schon kennt und wohl auch gut einschätzen kann.

In den letzten Jahren neigte Falkenberg zunächst einmal zu häufigen Vereinswechseln. Abgesehen von seinem Heimatverein Bayer 04 Leverkusen blieb der Rechtsverteidiger nirgendwo länger als zwei Jahre unter Vertrag (Greuther Fürth), meist blieb es sogar eher bei einem Jahr. Im vergangenen Jahr stieg Falkenberg in Sandhausen sportlich aus der Zweiten Bundesliga ab und kam dabei nur auf 18 Einsätze. Dass Falkenberg insgesamt auf über 100 Zweitligaspiele kommt, nun aber für den FCS in der Dritten Liga debütiert, deutet zumindest auf einen latenten Leistungsabfall des ehemaligen Junioren-Nationalspielers hin.

Dennoch ist er mit knapp 25 Jahren ein erfahrener Mann und könnte in einer starken Saarbrücker Mannschaft vielleicht zeigen, dass es sich nur um eine kurze Schwächephase in seiner Karriere handelt. Von daher ist der vermeintliche Schritt zurück verständlich. Interessant ist der Wechsel von Falkenberg allerdings auch für einen anderen Akteur: Da die Rechtsverteidigerposition zuletzt oft von Tim Stegerer begleitet wurde, gehe ich davon aus, dass Luginger den Ex-Auersmacher entweder darauf prüfen will, ob er sein gutes Niveau hält. Oder aber, dass Stegerer bald wieder im Mittelfeld zu sehen ist, wo er in der Oberliga seine stärksten Leistungen zeigte.

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