Die ersten Neuen 2013/14

Der Exodus beim 1. FC Saarbrücken ist vorerst gestoppt: Mit Nils Fischer und Timo Ochs präsentierte der Verein die ersten beiden Neuzugänge für das kommende Jahr. Zwei Spieler, bei denen sich der Blick genauer lohnt – auch im Hinblick auf die Transfers der Vorjahre.

Nils Fischer: Der 26-Jährige wechselt vom VfL Osnabrück ins Saarland. Für den gebürtigen Bielefelder, der bislang für die Arminia, Wuppertal und eben Osnabrück spielte, scheint es der erste Karrieresprung aus seinem angestammten Nest. Fischer debütierte 2007 in der Bundesliga. Dort war er nur Perspektivspieler und wurde deshalb 2009 in die 3. Liga nach Wuppertal ausgeliehen, wo er erste Spielpraxis im Profibereich sammelte. Bedingt durch den Bielefelder Abstieg in die Zweite Liga kam er nach seiner Rückkehr häufiger zum Einsatz, wurde aber erst 2011 nach dem Wechsel an die Bremer Brücke Stammspieler.

Fischers Stammposition ist die Innenverteidigung, zuletzt musste er aber oft auf die Position des Rechtsverteidigers ausweichen. In 31 Spielen lief er für Osnabrück vergangene Saison aus, der Kicker vergab für ihn eine Durchschnittsnote von 3,39 – die zweitschlechteste unter den Feldspielern. Im Kontext der lila-weißen Saison kann das durchaus relativiert werden.

Interessant wird die Frage, ob Luginger Fischer bewusst für die rechte defensive Außenbahn verpflichtet hat. Lugingers Faible, vielseitig einsetzbare Spieler zu verpflichten, ist bekannt. Und mit Tim Knipping und Marc Lerandy gibt es zwei heiße Anwärter auf die beiden Innenverteidigerposten. Die rechte Außenbahn blieb letzte Saison eine Problemzone: Der gewünschte Effekt, das Spiel mit einem offensiven Flügelspieler (Nicolas Jüllich) zu modernisieren, trat nicht ein. Setzt Luginger hier auf Fischer, wäre es wohl die Rückkehr zum forkelschen Außenverteidiger – die Offensivqualitäten des Neuzugangs sind eher gering ausgeprägt. Möglicherweise eine bewusste Entscheidung des Trainers, um die Abwehr zu stärken – auf Kosten ständiger Ausflüge der Außenverteidiger.

Timo Ochs: Das schwierige Erbe von Benedikt Fernandez, der in nur einem halben Jahr im FCS-Tor gestandenen Größen wie Enver Marina die Schau stahl und sich selbst im Abgang als charakterlich standfest erweist, tritt Timo Ochs an. Geneigten Fußballfans ist der 31-Jährige sicher kein Unbekannter: Für den VfL Osnabrück, den TSV 1860 München und zuletzt Jahn Regensburg bestritt er insgesamt 86 Zweitligaspiele. In der österreichischen Bundesliga kommt er auf derer 85 und kann zwei Meistertitel mit Red Bull Salzburg vorweisen.

Dort war es auch, wo seine bis dato aussichtsreiche Karriere ins Straucheln geriet. Ein Muskelriss im Dezember 2008 ließ den Torhüter ein halbes Jahr pausieren, Salzburg setzte Ochs eine neue Nummer Eins vor die Nase. Anschließend kamen Wechsel nach Berlin und Nürnberg, die für ihn meist einen Platz auf der Bank bedeuteten. Zurück bei den „Sechzgern“ in München war das auch sein Schicksal, da dort längt Gabor Kiraly den Bällen hinterher hechtete. Ochs nahm es stets mit Anstand und stellte sich voll in den Dienst seiner Mannschaft – als stets bereiter Ersatztorwart ohne Allüren.

Wie eine Befreiung mag es gewirkt haben, als Regensburg im Januar 2013 plötzlich einen Torhüter brauchte. Beim späteren Absteiger konnte Ochs nichts mehr retten, wurde aber in dreizehn Spielen zur unumstrittenen Nummer Eins und kam auf den besten Kicker-Notenschnitt (2,85) aller Regensburger. Die Fans des SSV Jahn waren dabei nicht immer auf der Seite des neuen Torwarts – sie hätten gerne das Talent aus den eigenen Reihen, Patrick Wiegers, als Stammtorhüter gesehen.

Für Saarbrücken ist Ochs auf dem Papier ein guter Transfer. Er ist im Gegensatz zu früheren Torhütertransfers (Sven Scheuer als Paradebeispiel) nicht durch Skandale abseits des Platzes aufgefallen und scheint auch mannschaftsintern nicht für Unruhe zu sorgen, falls er nicht den Platz zwischen den Pfosten bekommt. Mit 31 Jahren verfügt er über eine reichhaltige Erfahrung im Profifußball, ist allerdings auch im besten Alter für einen Torhüter. Es bleibt nun abzuwarten, ob es zu einem wirklichen Duell mit Michael Müller kommt. Oder, was ich eher vermute, ob die Rollen nun klar verteilt sind.

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