Zitat des Tages: Borgard in Selbstmitleid

IMG_3636Redaktionsbesuche Prominenter dienen meist sehr vorhersehbaren Zwecken. Künstler, die ein Album, einen Film oder einen Auftritt bewerben wollen. Oder eben Prominente, die für irgendwas anderes werben, wie der Vorstandsvorsitzende des 1. FC Kaiserslautern. Achten Sie mal drauf, wenn Stefan Kuntz mindestens einmal im Jahr im Saarländischen Rundfunk auftritt und sein altes Lamento „Die Zweite Bundesliga können wir uns auf Dauer nicht leisten.“ wiederholt! Darum überrascht es wenig, dass FCS-Präsident Paul Borgard und Jürgen Luginger in der Sportredaktion der Saarbrücker Zeitung vor allem Werbung für sich selbst machen wollen. Der Versuch scheitert aber, da der Verein nichts zu bewerben hat. Es geht nur noch die Verteidigung.

Paul Borgard, der mir im Fazit 2012/2013 schon etwas Mitleid entlockte. Auch der folgende Auftritt, so sehr er doch die Offensive gegen alle Kritiker sucht, schlägt in diese Kerbe. Borgard hat objektiv gesehen einfach keine guten Argumente: Er rechtfertigt seine Arbeit damit, dass er Ehrenamtler sei und damit die „Verantwortung“ für den gesamten Verein trage. Der FCS-Präsident versucht das Ehrenamt selbst als Wert zu deklarieren, der sakrosant ist. Dabei ist erst die Arbeit, die der Ehrenamtler leistet, der Wert, den es zu schätzen lohnt. Kein Wort darüber, dass die Leistung des Präsidenten fragwürdig ist.

Vieles im Redaktionssgespräch ist altbekannt: Dass der FCS dem DFB zum 28. Mai Sponsorenverträge vorlegen werde, um die Lizenz zu erhalten. Dass die Kritik an ‚Harry‘ Ebertz „unmenschlich“ sei, dass das Saarland ein Stadion brauche. Dinge, die wir so in der Form schon seit Monaten hören. Schuld sind immer die anderen, so könnte das Fazit von Borgards Auftritt lauten.

Besonders verdeutlicht das Borgards Ausblick in die Zukunft:

„Wir haben seine Aufgaben auf Trainer und Harald Ebertz verteilt. Präsidium und Aufsichtsrat sind mit der Arbeit sehr zufrieden. Wir gehen den Weg mit dieser Konstellation weiter. An unserem langfristigen Plan ändert sich nichts.“

Ob es sich bei diesem langfristigen Plan das handelt, was als Ergebnis der Gespräche auf einer Autofahrt nach Aachen (Vgl. SZ vom 26. Januar 2013) herauskam? Ob dieser langfristige Plan ein streng gehütetes Geheimnis ist und eine durchschnittliche Saison 2012/2013 nur Teil des Plans ist?

Leider findet sich im Text über Paul Borgard kein Einhaken der SZ-Redakteure. Das schickt sich vielleicht in einem Redaktionsgespräch auch nicht sehr. Vielleicht gab es den, wurde aber vom Präsident abgewiegelt. Aber insgeheim hoffe ich, dass die Journalisten auch schon während des Gesprächs erkannt haben, wie wenig ein weiteres Mal inhaltlich vom Ex-Sportdezernenten kam. Außer Werbung für das eigene Selbstmitleid.

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Eine Antwort zu Zitat des Tages: Borgard in Selbstmitleid

  1. ortleb schreibt:

    bogard in den ruhestand !

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