Beobachtungen am Rande des Spiels 1. FC Saarbrücken – Chemnitzer FC

Fahnenboy Bobbes

Fahnenboy Bobbes

Auf dem Rasen:

1. Der FCS mit wenigen Chancen, aber dafür mit der besseren Chancenauswertung. Der Gast mit einer Unzahl an besten Chancen, dafür ohne Tor. Sonst kennt man das als FCS-Fan eher anders herum.

2. Beim 1:0 durch Manuel Stiefler zeigte sich wieder Tim Stegerers Stärke bei Einwürfen in eindrucksvoller Weise. In absehbarer Zeit wird aus ihm noch der legitime Nachfolger von Rory Delap.

3. Silvio Bankert hätte eigentlich schon in der ersten Halbzeit Rot sehen müssen.

Neben dem Platz:

1. Merci Nancy !

2. Der Name „Bankert“ an sich sorgte schon für Gesprächsstoff und Zerstreuung im Block.

BernharT mit seinen Wocheneinkäufen im Park

BernharT mit seinen Wocheneinkäufen im Park

3. Ludwigspark.de-Webmaster Bernhard M. beschwerte sich lautstark über die Abwesenheit des roten Innwurf-Mobils zur Gepäckverwahrung, da er 90 Minuten mit Edeka-Tüte im Block stehen musste. Gerüchten zufolge war Innwurf-Chef Jörg R. mit dem Gefährt beim New-Yorker-Outlet. Allerdings unbestätigt.

3. Gelebte Nächstenliebe: Als ein junger Fan seinen Mageninhalt im Block E2 aufgrund übermäßigen Alkoholkonsums vorzeitig entleerte, reichte ludwigspark.de-Legende King M. dem „armen Deiwel“ sein letztes Taschentuch.

4. Leuchtturm-Redakteur Florian Klein (Name geändert) wird vor dem nächsten Heimspiel einen Kurs im Fahnenschwenken belegen.

5. Aufgrund des 15-jährigen Jubiläums der Fanfreundschaft Nancy-Saarbrücken beim Spiel mit dabei: Die Redaktion der SR-Sendung „SaarLorLüx“. Zu Sehen ist der Bericht am Montag ab 18.50 Uhr im SR Fernsehen.

In der Stadt:

1. Nach Spielende zog ein großer Tross aus Nancy- und Saarbrücken-Fans in Richtung Innenstadt. Die Polizeiinspektion Saarbrücken-St. Johann teilte hinterher in einer Pressemitteilung mit, dass man aufgrund dieses Vorfalls wegen folgender Delikte ermittle: Verstößen gegen das Sprengstoff- und Betäubungsmittelgesetz, Beleidigung und einer Gefährdung des Straßenverkehrs. Gegen 14 Personen wurden die Ermittlungen aufgenommen.

2. An besagtem Marsch nahmen knapp 150 Leute teil. Die Stimmung war keineswegs aggressiv oder aufgeheizt, sondern positiv. Die Fans planten gemeinsam noch in der Stadt die Fanfreundschaft Nancy-Saarbrücken zu feiern. Bereits bevor sie in die Stadt gingen, wurden sie am Ludwigsberg von der Polizei überwacht und ununterbrochen gefilmt.

Von was könnte sich der gemeine Cafébesucher in diesem Bild eher bedroht fühlen? Dem Fan oder dem Polizisten?

Von was könnte sich der gemeine Cafébesucher in diesem Bild eher bedroht fühlen? Dem Fan oder dem Polizisten?

3. Tatsächlich wurden auch Rauchtöpfe und vereinzelt Bengalos gezündet. Allerdings wurde weder inmitten der Passanten auf der Bahnhofsstraße etwas abgebrannt, noch wurde damit umhergeworfen oder irgendjemand „bedroht“. Persönlich hab ich das für komplett überflüssig und kontraproduktiv gehalten – in dem Moment hat man die Polizei quasi zusätzlich aufmerksam gemacht und Steilvorlagen für den späteren Einsatz geliefert. Die Rechtfertigung, dass Pyro ein Stimmungselement ist, hinterfrage ich dabei auch: Was bringen mir 30 Sekunden Stimmung, wenn gerade deswegen hinterher die Polizei eingreift und die Party crasht?

4. Der Einsatz der Polizei wirkte alles andere als durchdacht. Zu keinem Zeitpunkt war ersichtlich, dass die Beamten die Kommunikation mit den Fans oder Mitgliedern der Fanbetreuung gesucht hätten. Stattdessen saßen die Beamten in ihren Fahrzeugen (teilweise zivil) und guckten zu, bis dann eine Escorte aus mehreren Fahrzeugen sich an die Fangruppe anhing. Hinterher standen sich teilweise unterschiedliche Einsatzgruppen in der Bahnhofsstraße auf den Füßen und hatten untereinander offenkundige Kommunikationsschwierigkeiten.

5. Auch in der Bahnhofsstraße darf die Aussage der Polizeimeldung in Zweifel gezogen werden: „Cafébesucherinnen und -besucher waren durch das Fanverhalten verunsichert und in Teilen auch gefährdet“. Vielleicht waren sie das, weil die Polizei die Fans in Höhe der Brasserie/Diskonto-Passage“ einkreiste und nicht weitergehen ließ. Zuvor waren Beamte in „Kampfmontur“ relativ rücksichtslos durch die Passantenmenge gerannt und sorgten bei den Umstehenden für eine bedrohliche Atmosphäre. Ob die Fans selbst auf die Passanten bedrohlich wirkten, kann niemand zu 100 Prozent sagen. Meinem Eindruck nach überwiegten Neugierde, Überraschung und zum Teil Belustigung unter den Bummlern. Bei mir persönlich war spätestens zu Beginn dieses Auftretens der Polizei die Feierlaune verflogen.

6. Meiner Meinung nach hätte man sich von Fanseite aus durchaus schlauer anstellen können – vor allem, wenn man die Pyrotechnik verzichtet hätte. Aber auch die Polizei hat selbst durch mangelnde Kommunikation dazu beigetragen, dass aus einer vollkommen harmlosen Aktion mal wieder eine Negativschlagzeile für die Fans des FCS entstanden ist, die sie gewiss nicht verdient haben. Polizeichef Udo Schneider scheint entweder ziemlich wenig von seinem Vorgänger Peter Becker gelernt zu haben oder er hat sich in dieser Gelegenheit einfach profilieren wollen, nachdem die Polizei beim Karlsruhe-Spiel sehr spät auf die Vorkommnisse im Nauwieser Viertel reagierte.

7. Ein ausdrückliches Lob an dieser Stelle für die Saarbrücker Zeitung, die neben den Informationen aus der Polizeimeldung auch noch Zitate von Fanseite in ihren Bericht aufnahm.

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