Von Özbek lernen

Der 1. FC Saarbrücken ist längst noch nicht raus aus dem Abstiegskampf. Auch wenn die Reaktionen im Fanlager nach den Spielen gegen Karlsruhe und in Erfurt leicht in diese Richtung tendieren. Eine Niederlage und die „Luginger raus“-Rufe werden wieder überwiegen. Ein Sieg und der FCS kann mit der klimmtschen Arbeitshypothese des Klassenerhalts planen. So funktioniert es seit jeher.

Tatsächlich ist in den letzten beiden Spielzeiten keine Mannschaft abgestiegen, die am 28. Spieltag 30 Punkte auf der Habenseite für sich verbuchte – eine Statistik für Fernsehjournalisten. Mulmig stimmen die Nachholspiele der Konkorrenz. Alle Verfolger des FCS haben noch mindestens zwei Nachholspiele zu bestreiten. Und beim FCS fehlt nun Ufuk Özbek.

Seit Luginger beim FCS ist, steht auch Özbek im Kader. Als Riesentalent angepriesen, erfüllte er nur selten die Erwartungen. Irgendwann wurden seine Leistungen bewusst kleiner geredet, als sie es in Wirklichkeit waren. Immer seltener war er überhaupt auf dem Spielfeld zu finden. Nun hat er von Jürgen Luginger mehrfach das Vertrauen bekommen und wurde mit guten Leistungen gegen den KSC und bei RWE belohnt. Dies lag zum einen daran, dass er endlich die Chance bekam, sich zu beweisen, zum anderen daran, dass er diese auch längerfristig bekam.

Und jetzt? Verletzung, mindestens ein Monat Pause. Ein bitterer Rückschlag im Abstiegskampf. Doch was von Özbeks kurzem Höhenflug bleibt, sollte die Erkenntnis sein, dass gerade im Abstiegskampf nicht unbedingt die Leistung und der Eindruck der Vergangenheit zählen sollte. Manchmal braucht es einfach Vertrauen in einen Fußballer und eine Chance.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter 3. Liga, Essay abgelegt und mit , , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.