Statt eines Spielberichts – Anmerkungen zum Offenbach-Spiel

IMG_3754Als ich hier am Samstagabend ein Video einstellte, hatte ich Zweifel, ob ich überhaupt zum Offenbachspiel einen Spielbericht schreiben könnte. Die habe ich auch nach mehr als 24 Stunden noch. Es passte gar nichts, ja überhaupt nichts zusammen auf dem Platz. Und daneben sowieso. Deswegen habe ich mich dazu entschlossen, einfach mehrere Kuriosa zum Spiel in einzelnen Punkten abzuarbeiten. Damit es nicht heißt, ich hätte nichts dazu geschrieben.

1. Das Standardergebnis der letzten Jahre auf dem Bieberer Berg: 3:2. Anlass, um vor dem Spiel im Bus eine kleine Sammlung zugunsten einer Sportwette durchzuführen. 43 Euro bei einer Quote von 40,00 hätte im Falle eines Saarbrücker 3:2-Sieges mehr als nur die Freifahrt nach Offenbach bedeutet. Wäre schön gewesen.

2. Vor Spielbeginn der Versuch, im Block ein lautes „Ebertz raus!“ anzustimmen. Einzige Reaktion im Block: „Wer iss’n Ebertz?

Die FCS-Troopers-Fahne mit Fahnen-Träger

Die FCS-Troopers-Fahne mit Fahnen-Träger

3. Auch vor Spielbeginn: Der verzweifelte Versuch eines FCS-Troopers und Mitglieds der Fam. Brix, eine Zaunfahne aufzuhängen. Neben der FCS-Niederlage das wohl größte Drama des Spieltags.

4. Jürgen Luginger probierte es ja gegen Dortmund II mit der Abwehr aus vier defensiven Mittelfeldspielern. Diesmal waren mit Tim Knipping und Marc Lerandy wieder zwei gelernte Innenverteidiger am Werk. Dafür mit Lukas Kohler als Linksverteidiger und Adam Straith als Rechtsverteidiger wieder einmal das muntere Rotieren auf fremde Positionen. Gerade für Lukas Kohler nicht die beste Entscheidung, da dieser von der ersten Minute an nicht dem Offenbacher Offensivdrang standhielt.

5. Nach gefühlten zwanzig Sekunden Spielzeit ein Elfer gegen den FCS, der vor allem auf ungeschickter Abwehrarbeit und mangelnder Abstimmung beruhte.

6. Zehn Minuten später die Erkenntnis: Das 1:0 für den OFC schmeichelt dem FCS noch. Nach einer halben Stunde: Das 2:0 schmeichelt dem FCS ungemein.

7. Wenn Luginger der Meinung ist, dass in der zweiten Halbzeit gekämpft wurde: Unrecht hat er an sich nicht. Aber er blendet aus, dass die Offenbacher Kickers auch mindestens zwei Gänge zurückgeschaltet hatten und der Heimsieg und nie ernsthaft in Gefahr war.

8. Größte Enttäuschung in Offenbach: Sven Sökler. Von der BILD ehemals als „Saarbrückens Bester“ gelobt, hat Sökler mehr als einmal den Ball mit unnötigen Hackentricks vertändelt. Eine Denkpause für das Spiel gegen Bielefeld wäre angebracht.

N. B.: Sollte Sökler bereits wissen, dass er zur neuen Saison den Verein wechselt (was wirklich keine Überraschung wäre und angesichts der sportlichen Perspektive in Saarbrücken sogar verständlich), dann wäre es wenigstens ehrlich, schon jetzt reinen Tisch zu machen und dies auch offen zu sagen. Dann wäre vielleicht auch der Kopf frei für die Aufgabe Klassenerhalt.

IMG_37779. Kiyan Soltanpour durfte immerhin mal eine Viertelstunde ran. Die einzige Steigerung an diesem Spieltag.

10. Nach solch einer Leistung braucht eine Mannschaft weder mit dem Schiedsrichter, noch mit dem Fanblock über irgend etwas diskutieren.

N. B.: Ich weiß, dass es viele fast theologische Diskussionen darüber gibt, ob nicht gerade nach Niederlagen den Spielern der Rücken gestärkt werden muss. Ja und nein. Wenn Niederlagen und schlechte Spiele zur Gewohnheit werden, dann kann ich durchaus nachvollziehen, warum der Block der Mannschaft kollektiv den Handschlag oder das Gespräch verweigert. Denn es vermeidet eben, dass es zum bedeutungsleeren Ritual verkommt – quasi nach dem Motto: Ich lasse mir von meinen Fans mal schnell die Niederlage vergeben, das machen die ja immer. Auch wenn sicher unschöne und teilweise unpassende Rufe gefallen sind, fand ich diese Art der Reaktion angebracht.

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2 Antworten zu Statt eines Spielberichts – Anmerkungen zum Offenbach-Spiel

  1. volker schreibt:

    schaut euch mal das training an

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