Wer erinnert sich?

Eine Mannschaft, die weit unter ihren Möglichkeiten spielt und auch gegen vermeitlich schwächere Gegner selbst zu Hause nicht gewinnt.
Eine Mannschaft, die den Schulterschluss mit den Fans sucht, aber durch Disziplinlosigkeit und offen mit dem Trainer geführte Konflikte auffällt.
Ein Trainer, dem es nicht gelingt, die richtige und stabile Stammelf zu finden.
Ein Trainer, der bis weit in die Saison hinein die Torwartfrage nicht gelöst bekommt.
Ein Präsidium, das meint, die Arbeit eines Sportdirektors könne zwischen Trainer und Präsidium aufgeteilt werden.

Nun gut, stilistisch ist dieser Einstieg vielleicht nicht gelungen. Wer anderen Vorwürfe an den Kopf wirft, der sollte normal doch die Lösungsvorschläge parat haben. Es klingt zwar banal, aber wer sich neben dem Platz daneben benimmt, muss auch nicht den Fans vorspielen, dass der Zusammenhalt da sei. Dazu müsste erst einmal das eigene Fehlverhalten eingestellt werden.

Und wer seine Mannschaft keine fünf Spiele am Stück in der gleichen Formation (Verletzungen und Sperren mal ausgenommen) aufbietet, hat nicht nur zu wenig Vertrauen in die eigenen Spielern, sondern auch das ganz praktische Problem, dass sich keine eingespielte Formation bilden kann. Auch das Spiel mit fremden Positionen kann bei Fan und Spielern gleichermaßen die Lust verleiden. Ebenso die Torwartfrage: Konkurrenzkampf ist nur dann leistungsfördernd, wenn man ihn auch wirklich zulässt und nicht abblockt.

Und zuletzt ist auch die Annahme, dass es in der Drittklassigkeit keinen Sportdirektor braucht, falsch. Die Aufgaben des Trainers sind auf dem Platz. Die Aufgaben des Präsidiums lassen nicht einmal häufige Trainingsbesuche zu. Wie sollen sich gerade die zwei einen vollkommen fremden Bereich aufteilen?

Ich sollte mich vielleicht weniger aufregen. Die Vorwürfe kommen immerhin sehr spät und würden nichts mehr ändern. Die Saison 2006/2007 verbrachte der 1. FC Saarbrücken bis zum letzten Spieltag auf einem Nichtsabstiegsplatz, um erst in Stuttgart abzusteigen.

Aber aus den Fehlern der Vergangenheit ist der Verein ja schlauer geworden.

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