History repeating

„It’s all just a little bit of history repeating“ lautet eine Zeile in einem nicht ganz unbekannten Song, der zuletzt in der Version der Propellerheads mit Shirley Bassey die Charts stürmte. Das war 1997 und wie auch die Songzeile zu einem gewissen Grade prophetische Züge aufweist, so fühlt sich derzeit mancher FCS-Anhänger geistig mindestens in die Mitte der 90er hineinversetzt. Und das liegt ausnahmsweise nicht nur an Jürgen Lugingers Präsenz.

Mehr als einmal wurde dieser Beitrag in mehr oder weniger abgewandelter Form in letzter Zeit im Herzstück des FCS-Internet-Universums, ludwigspark.de, geschrieben: „Ich geh schon seit 19XX zum Verein, aber das reicht jetzt.“ Andere sprachen von einem „FCS-Sabbatical“, um das Wort zu nutzen, das sie wohl selbst erst seit der öffentlichen Verwendung durch Pep Guardiola (ehemals FCB, bald beim anderen FCB) kennen.

So drastisch und konsequent sich das alles anhört: Das haben wir doch alle schon einmal gehört. Man denke hier nur an ein paar Jahreszahlen: 1995, 2001/2002, 2007. An diesen drei Momenten der bald 110-jährigen Historie des 1. FC Saarbrücken (vermutlich gibt es noch mehr, aber so alt bin ich nunmal nicht) gab es mehr oder weniger gute Gründe, um zu sagen: Freunde, das war’s. Das haben auch viele gesagt, einige haben ihren Worten Taten folgen lassen.

Tatsächlich hat der Verein als solcher diese drei Schlüsselereignisse (Lizenzentzug, Abstieg aus Liga 2, Abstieg in die Oberliga) überstanden. Er erlebt als Verein das Jahr 2013 ohne jemals seine Form geändert zu haben. Andere Vereine mussten den schwierigen Weg der Neugründung gehen. Aber so wie der Verein sich erhalten hat, so hat er doch beim ersten Schlüsselereignis und der abgewendeten Insolvenz eben die Strukturen geschaffen, die ihm heute zu schaffen machen.

Die Abhängigkeit von Victor’s als Sponsor und die damit zusammenhängenden, oft falschen, Personalentscheidungen, haben aus jedem scheinbaren Neuanfang am Ende doch nur Enttäuschung erwachsen lassen: History is repeating itself. Nach jeder sportlichen Talfahrt wurden nicht etwa Platz für etwas Neues geschaffen, sondern die Kontrolle wurde von den alten Entscheidern einbehalten. Reinhard Klimmt ist dafür wohl das beste Beispiel: Der „Retter“ des Vereins hat seine Zielsetzung mittlerweile vollkommen auf den Erhalt der eigenen Macht im Verein verschoben. Mit dem Stadionneubau hat er sicherlich falsch gewettet, allerdings dürfte es wohl nur überraschen, wenn er jetzt hinwirft.

Auch interne Streitigkeiten scheinen mittlerweile an Tradition gewonnen zu haben. War vor Jahren der Dauerzwist Hinschberger/Weller zwischen den Zeilen herauslesbar, schämen sich die Verantwortlichen heute überhaupt nicht mehr, vor laufenden Kameras Giftpfeile aufeinander abzufeuern. Die Vereinsführung des FCS hat den Mitgliedern nichts mehr anzubieten, da sie sich vor allem mit sich selbst beschäftigt.

Vielleicht war am Ende die grausamste Mitteilung des Fantreffens in Sulzbach, dass Victor’s trotz der Neuigkeit in Sachen Neubau dem FCS erhalten bleibt. Auf lange Sicht bedeutet das auch, dass sich nichts im Verein ändern wird, da auch künftig nicht zu erwarten ist, dass unabhängige, neue Gesichter auf entscheidende Posten im Verein vordringen. So erscheint vielleicht in ein paar Jahren erneut ein Beitrag an dieser Stelle und es heißt: „It’s all just a little bit of history repeating.“

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2 Antworten zu History repeating

  1. majorwest schreibt:

    Ob Victor’s gut oder schlecht für uns ist sei mal dahin gestellt. Da der Vorstand aber halt nicht in der Lage ist neue Sponsoren zu werben könnte der FCS wohl auch Insolvenz anmelden wenn Ostermann den Geldhahn zudreht.

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