Einer kommt, einer geht doch nicht.

Was gibt es schöneres, als das winterliche Getuschel und Getratsche über mögliche Transfers? Das geht schon so weit, dass die Wendung „aus sicherer Quelle“ den Einzug in die Massenmedien gefunden haben, nachdem es über Jahre eher den Fanforen vorbehalten war. Um der eigenen Nachricht noch etwas Würze zu verleihen.

Soltanpour vor FCS-Engagement

Jürgen Luginger hat nun indirekt bestätigt, was jeder seit Freitag so halb wusste: Ein neuer Stürmer kommt vom Abstiegskandidaten Borussia Dortmund II. In der Saarbrücker Zeitung lesen wir den Namen zwar nicht aus des Trainers Munde, aber einem jedem ist klar, dass es sich um Kiyan Soltanpour handelt. Der 23-jährige Deutsch-Iraker ist gelernter Mittelstürmer und schnürte die Fußballschuhe in seiner Jugend für Hertha Zehlendorf und die zweite Mannschaft von Union Berlin. Seit 2011 war das „Klopp-Talent zum Nulltarif“ (BILD, Fischer) beim BVB aktiv, verpasste aber den Sprung in höhere Gefilde. Er erhielt zu Jahresbeginn 2013 die Freigabe, als Ersatz im Abstiegskampf kam der weitaus erfahrenere Christian Knappmann (auch mal Objekt der FCS-Gerüchteküche) zur U23 des BVB.

Die Leistungsdaten des Neu-FClers Soltanpour sind wirklich nicht berauschend. In der aktuellen Saison kommt er auf gerade einmal 146 Minuten Spielzeit und null Tore. Gerade bei einer der schlechtesten Mannschaften der Liga ist das kein stolzer Wert. Eine Saison zuvor, auch da noch Einwechselspieler, kam er immerhin auf drei Tore in 16 Einsätzen. Interessant hierbei: Zweimal durfte Soltanpour von Beginn an ran, beide Male traf er auch.

Stark gestartet, in Dortmund glücklos

Dass es sich hierbei aber durchaus um einen fähigen Stürmer handeln kann, zeigt seine Statistik der Saison 2010/11: Für Union Berlin II schoss er in der Oberliga NOFV-Nord satte 20 Tore in 28 Spielen. Ein Traumwert und wohl die Antwort darauf, warum er überhaupt erst in Dortmund landete. Warum es dort nicht klappte? Auch hier lässt sich nur spekulieren, da Soltanpour für seine bislang erst kurze Karriere großen Verletzungspausen aufweist. Die Antwort könnte vielleicht an der in Dortmund praktizierten Spielphilosophie liegen: Der klassische Mittelstürmer hat es seit Klopps Amtsantritt schwer, gefragt sind flexible Angreifer, die auch Defensivarbeit nicht scheuen. Deswegen verdrängte auch Robert Lewandowski mal einen Welttorjäger Lucas Barrios. Natürlich handelt es sich um die erste Mannschaft, von der ich rede. Aber bei einem Bundesligisten wie Dortmund, der Konzeptfußball zelebriert, darf man getrost davon ausgehen, dass diese Konzepte bereits in der Jugendarbeit umgesetzt werden. Womöglich war Soltanpour statt des gewünschten modernen Angreifers ein traditioneller Knipser. Aber in Zeiten von Personalmangel und Sturmflaute könnte gerade so jemand dem FCS weiterhelfen.

Should I stay or should I go?

Der Personalmangel war es auch, wieder spekuliere ich mal, der den Wechsel von Felix Dausend nach Elversberg verhinderte. Denn eigentlich hatte der sich schon einer medizinischen Untersuchung bei der Holzer-Truppe unterzogen. Und eigentlich hätte sonst wenig dagegen gesprochen. Dausend, der vor einem Jahr aus Zweibrücken zur U23 des FCS kam, mag zwar ein Angreifer mit großartiger Ballbehandlung sein – allein seine Unsicherheit im Abschluss war das, was uns von seinen Auftritten der Hinrunde in Erinnerung bleibt. Laut TM.de besitzt er nur noch einen Vertrag bis Ende der Saison (wer es besser weiß, darf die Gerüchteküche gerne hier im Blog anheizen), was bedeutet, dass in den Verhandlungen mit dem Verein wohl eine deutliche Aufstockung des U23-Gehalts gefordert wird. Bei einem Wechsel zur SVE hätte Dausend, so sympathisch seine Auftritt in der Hinrunde doch waren und er ja auch ein „Saarbrigger Bub“ ist, dem FCS wenigstens noch eine kleine Ablöse einbringen können. Als Pointe des Ganzen ist er jetzt einmal wieder verletzt.

Zwei Beispiele, die vor allem die Fehler der Kaderplanung im Sommer aufzeigen: Es wurde im Sturm zu sehr auf einen gesunden Marcel Ziemer vertraut. Was kam, war Verletzungspech, Frust und jetzt die Not zu nachträglichen Verbesserungen, obwohl es vor einer Woche noch hieß, dass der finanzielle Spielraum zu klein war. Der FCS ist also immer für eine Überraschung gut. Ich hoffe, dass das auch für unseren Sturm in der Rückrunde gilt.

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