Das Schweigen und das Spiel

12doppDas Schweigen

Zwölf Doppelpunkt zwölf. Der sperrige Slogan der Kampagne, die gegen die Einführung des Maßnahmenpakets der DFL protestiert, hat auch in den Ludwigspark Einzug gehalten. Ich denke, dass es an dieser Stelle nicht nötig ist, noch einmal alle Argumente herunterzukauen. Oder der Frage nachzugehen, ob diese Art des Protestes sinnvoll ist. Ehrlich gesagt haben Fans meiner Meinung nach recht wenig „Sanktionspotenzial“. Auch bei dieser Aktion. Dennoch hat sie schon was bewirkt: Es wird darüber berichtet und diskutiert. Dem komme ich hiermit nun auch nach und zeige kurz Eindrücke vom Samstag. In den zwölf Minuten und zwölf Sekunden zu Spielbeginn gab es im Ludwigspark ein akustisches Bild, das an manch dunkle Zeiten, wie etwa den Abstieg 2006, erinnerte.

Dass der Fußball angesichts solcher Aktionen, der anstehenden Mitgliederversammlung und dem Stadionneubau mal leicht in den Hintergrund treten kann, ergibt sich fast von selbst. Dennoch war das Spiel recht aufschlussreich. Auch wenn es größtenteils wirklich, wirklich langweilig war.

Der Torwart

Der beste Torhüter auf dem grünen Rasen hieß André Weis und hat nach dem Abstieg der TuS Koblenz die Mannschaft vom Deutschen Eck verlassen und ist nach Stuttgart gegangen. Schon damals in Spielen gegen den FCS, in denen Weis oft zufälligerweise spielte, war er doch eher Ersatzkeeper, dachte ich mir: Mensch, den würde ich gerne in Saarbrücken sehen! Nun war es wieder so weit, aber nicht ganz so, wie ich es mir gewünscht hatte.

Benedikt Fernandez hat vielleicht insgesamt weniger Bälle halten müssen, dafür hat auch er wieder alles richtig gemacht und auch zum dritten Mal die Null gehalten. Größte Aktion: Ein abgewehrter Freistoß. Er könnte wohl im Torwartzweikampf der lachende Dritte werden.

Die Abwehr

Die vorhergehende Erkenntnis (Fernandez wird nicht oft geprüft) gründet sich auf der anderen Erkenntnis, dass die Viererabwehrkette in der aktuellen Formation zum dritten Mal in Folge recht gut organisiert stand. Im Spiel gegen den VfB II mit Ausnahme einer eher kuriosen Szene Ende der ersten Halbzeit, als sich zum Eckball eine Menschentraube vor Benedikt Fernandez bildete. Dies wirkte dann doch eher wie Jugendfußball und man darf glücklich sein, dass es nicht das 0:1, sondern nur den Pfosten für die Gäste gab. Sonst ist vor allem die Dynamik von Tim Knipping lobenswert. Genau die Eigenschaft fehlte nämlich zuletzt Kapitän Marc Lerandy, der sich dank seines Nebenmannes auch wieder so langsam steigert.

Das Mittelfeld

Hier spielte sich das Hauptgeschehen des Spieltages ab. Und hier wurde der Kick dann auch letztlich irgendwann langweilig, da Stuttgart zwar prinzipiell die besseren spielerischen Mittel besaß, aber nicht gegen das defensiv kompakte Mittelfeld des FCS durchkam. Interessanterweise brachte erst der dritte defensive Mittelfeldspieler, Kevin Maek, Schwung in die Partie. Bei Stuttgart ließ die Kondition nach und die Robustheit des FCS-Mittelfelds machte sich in Chancen bemerkbar. Manuel Stiefler und Sven Sökler hatten indes nicht den besten Tag erwischt und wirkten überfordert.

Der Sturm

Ja, ich weiß, die traditionelle Mannschaftsaufteilung zieht nicht. Marcel Ziemer geht gerne mal zurück ins Mittelfeld, Marius Laux oder Manuel Stiefler gehen über die Flügel nach vorne. Ziemer, im Hinspiel der Mann für den richtigen Moment, hatte Ideen und versuchte den Ball immer wieder klug nach vorne durchzustecken, schaffte es diesmal aber zu selten.

Das Spiel

Kein großes Spiel, aber letztlich dann doch ein aufschlussreiches. Die Stimmung ist ohne Fans tendenziell gruselig, die Defensive tendenziell stabilisiert. Und die großen Diskussionen haben gerade erst einmal begonnen.

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