Vorbericht: Die wichtigen Dinge

Die Stadiondiskussion ist gerade auf Facebook zum Streitthema geworden, während anderswo Beiträge von facebooknutzenden (Noch-?)Ehrenfanbeauftragten zum Streitthema werden und bei mir persönlich das alles nur Kopfschütteln und Fremdschämen auslöst. Hallo, jemand zu Hause? Morgen ist wieder Fußball und nur das zählt.

Entschuldigend kann ich vielleicht vorausschicken, dass der Gegner nur VfB Stuttgart II heißt. Da passiert das schon mal, dass der eigentliche Hauptgrund unserer seltsamen Leidenschaft, der Fußball, ins Hintertreffen gerät. Eigentlich völlig zu Unrecht, denn es geht im kommenden Spiel für den 1. FC Saarbrücken zumindest einmal um die Frage: Was war das 5:0 gegen Halle wirklich wert?

Aber zuerst einmal die Frage: War so ein Sieg gegen wirklich schwache Chemiker wirklich wichtig? Ja, das war er aus mehreren Gründen. Zum einen bekamen wir erstmals überhaupt in der Drittligasaison von Beginn an die beste Offensivreihe des FCS zu sehen. Sven Sökler, Marius Laux, Manuel Stiefler und Marcel Ziemer. Und kaum standen diese vier Herren mal gemeinsam auf dem Platz, hatte es schon zur Halbzeit dreimal im Hallenser Gehäuse geklingelt. Auch Christian Eggert und Tim Kruse sorgten mit dem guten Übergang von Defensive zu Offensive für die Reibungslosigkeit dieser Angriffe.

Dann war da die Abwehr, die nicht immer „sattelfest“ (Müller, ludwigspark.de) stand, aber immerhin wieder kein Gegentor zuließ. Bemerkenswert ist das, weil sich die Karten hier noch einmal neu gemischt haben. Für den Rechtsverteidiger Nicolas Jüllich scheint der Stammplatz vorerst weg, wenn Lukas Kohler seine derzeit gute Form behält und mit klugen Vorstößen Stiefler unterstützt. Tim Knipping zeigte bereits ein wenig, warum er in Kassel als das Riesentalent gefeiert wurde und vielleicht der passende Partner für Marc Lerandy in der Innenverteidigung sein könnte. Und auch Yannick Bach meldete sich zurück.

Bleibt das Tor, wo Benedikt Fernandez nun Ansprüche auf den Stammplatz anmeldet. Gegen Homburg hielt er gut, gegen Halle wurde er kaum geprüft. Michael Müller ist weiter verletzt, sodass der Ex-Leverkusener wohl bis zur Winterpause den Platz für sich behalten könnte.

Was das nun alles heißt? Die aktuelle Formation scheint – zumindest auf Schlüsselpositionen – im Moment die passende Antwort auf all die Probleme der letzten Wochen zu sein. Aber es ist halt schwierig zu sehen, wo wirklich spielerische Dominanz herrschte oder wo Halle einfach nur grottenschlecht spielte. Ein stärkerer Gegner könnte sich als die Proble auf’s Exempel erweisen. Stuttgart gehört sicher nicht zu den Überfliegern der Liga, ist aber eines der besten Auswärtsteams und hat mit Soufian Benyamina einen der besten Drittligastürmer (elf Tore) in den eigenen Reihen.

Das erste Spiel der Rückrunde kann – obwohl es eigentlich ganz unspannend klingt – die Richtung für das Frühjahr weisen. Zeigen gerade Spieler wie Knipping oder Fernandez weiter starke Leistungen, wird der Winter wohl zum Positionskampf werden. Gibt es gegen Stuttgart eine Niederlage, würde das hingegen die letzte Woche mit einem Schlag verpuffen lassen und wäre ein herber Schlag – nicht nur für die Psyche, sondern auch in Fragen der Taktik und Formation.

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