Vorbericht: Kennt man irgendwo her

Der 1. FC Heidenheim 1846 empfängt den 1. FC Saarbrücken – Kenner wissen, dass es sich hier um eines der traditionsreichsten Duelle der laufenden Drittligasaison handelt. Zwei Mannschaften, die Anfang des 20. Jahrhunderts große Duelle ausfochten. Die Heidenheimer, immerhin einer der ältesten deutschen Fußballklubs…nein, das geht so nicht, also noch mal von vorne.

Am Freitagabend spielt der 1. FC Saarbrücken in Heidenheim. Der Verein dort heißt 1. FC Heidenheim 1846, könnte aber auch genauso gut „Heidenheimer Sportbund Abt. Fußball“ heißen. Denn das war der FCH bis 2007. Damals stieg der Verein in die Regionalliga auf, was eine Abspaltung der Fußballer vom Gesamtverein nötig machte. Daran haben wir uns ja letztlich im Fußball gewöhnt und daran ist grundsätzlich auch nichts auszusetzen. Um die Namensgebung zu verstehen, muss man andere Vereine verstehen: Die TSG Hoffenheim begann nach dem Aufstieg in die 2. Bundesliga auch mit der Verwendung des marketingtechnisch einwandfreien „1899 Hoffenheim“. Das ist an sich ja auch nicht weiter schlimm, nur total unlogisch: Um sich selber Tradition zu verleihen, kommt einfach ein neuer, künstlicher Name.

Mit dazu gehört dann natürlich auch eine neue Fußball-Arena, deren Webseite schon eher zum Sektschlürfen mit Business-Partnern als Fußball einlädt. Nun denn, soviel zur Kosmetik, auf sportlicher Ebene befindet sich Heidenheim definitiv im Kreise der Top-Mannschaften der Liga. Seit dem Aufstieg 2009 spielt der FCH in der 3. Liga meist auf den oberen Rängen mit. Letzte Saison verpassten die Heidenheimer die Relegation um nur einen Punkt und wurden Vierter. Keine überraschende Entwicklung: Einerseits hat der Verein die finanziellen Mittel, mit denen er sich namhafte Spieler wie Michael Thurk (ehemals Mainz 05) und Marc Schnatterer (ehemals Karlsruhe) sichern konnte. Andererseits setzt Heidenheim gerade beim Trainer auf Konstanz und Vertrauen. Frank Schmidt war erst Spieler (Heidenheimer Sportbund) und wurde nach Karriereende 2007 Trainer. Während seiner Amtszeit erwarb er die Lizenz als Fußballtrainer und dürfte bei weiterer, konstanter Arbeit auch irgendwann in den Fokus von Zweitligisten rücken. Mit einem Vertrag bis 2015 dürfte Schmidt allerdings erst weiter den Aufstieg seiner Mannschaft in Angriff nehmen wollen.

Heißt das, der FCS könnte etwas von einem Verein lernen, der den 38-jährigen Erol Sabanov (wurde in Saarbrücken vom damals 41-jährigen Peter Eich verdrängt) ins Tor stellt? Bedingt, denn Konstanz ist beim FCS zumindest auf dem Trainerstuhl mittlerweile eingekehrt – und gerade das wird weiterhin heftig diskutiert. Andererseits müssen die Heidenheimer aufpassen, nicht in die Falle zu tappen, wie schon andere ähnliche Vereine zuvor. Der FCH steht nur auf dem neunten Tabellenplatz und dürfte damit unter den eigenen Erwartungen liegen, der Abstand zu einem sicheren Aufstiegsplatz beträgt zehn Punkte. Schaffen die Heidenheimer nicht irgendwann zumindest den Aufstieg in das deutsche Fußball-Unterhaus, so wird vielleicht irgendwann das Geld nicht mehr so zwanglos in neue Spieler gesteckt – und man stagniert in der Drittklassigkeit, wie schon viele andere zuvor.

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