Vorbericht: Hansa Rostock – 1. FC Saarbrücken

Rostock, das Anti-Babelsberg. Als in den Redaktionen des Saarlandes vor dem Auswärtsspiel in der Filmstadt die Vorberichte geschrieben werden mussten, wurde auf eine altbewährte Statistik zurückgegriffen: In Babelsberg hatte der 1. FC Saarbrücken in drei Auswärtsspielen drei mal gewonnen. Der FCS spielte dann zum vierten Mal dort und gewann wieder. Wie sieht es bei Rostock aus? Nun, in vier Spielen im Ostseestadion hat der FCS bislang jedes Mal verloren.

Vermutlich haben einige schon an dieser Stelle aufgehört zu lesen. Vermutlich auch zu Recht. Aber immerhin bedeutet dies anders herum folgende Erkenntnis: Jede FCS-Elf, die im Ostseestadion gewinnt, wird in die Geschichtsbücher als die erste ihrer Art eingehen, der das gelungen ist. Es gibt sicherlich höhere Anreize, ein Auswärtsspiel zu gewinnen. Aber ganz so schlecht hört sich das ja auch nicht an.

In Rostock geht es dabei gegen eine Mannschaft, die in dieser Saison zwei Gesichter zeigte. Zu Saisonbeginn, wo der Zweitligaabsteiger in Unterhaching (0:3) und Münster (2:5) böse unter die Räder kam. Konsequenterweise räumte Wolfgang Wolf nach dem Absturz auf Tabellenrang 14 den Platz für den ehemaligen Münsteraner Marc Fascher. Von Abstiegssorgen sind die Rostocker nun weit entfernt und liegen auf dem sechsten Platz. Wer sich aber noch dran erinnern kann, dass Rostock mal in den 90ern und sogar 2000ern fester Bestandteil der Bundesliga war und zeitweise Nationalspieler hervorbrachte, der weiß: Die wollen in dieser Saison mehr.

Denn: So ein neues Stadion mag zwar neue Sponsoren an Land ziehen und auch die Zuschauerzahlen steigern, während man gleichsam an der Preisschraube drehen kann. Nur entwickelt sich ein neues Stadion immer dann zum Bumerang, wenn man plötzlich eine oder gar zwei Ligen nach unten wechselt. 2012 konnte in Rostock gerade noch einmal eine Insolvenz abgewendet werden.

Ob es der reine Drang zum finanziellen Überleben ist, kann keiner sagen, aber zuletzt spielte Rostock wieder erfolgreichen Fußball. In den letzten sieben Spielen kassierte Rostock nur vier Gegentreffer, drei davon im Spiel gegen Osnabrück. Die Abwehr um Kapitän und Ex-Trier- und Saarbrücken-Verteidiger Sebastian Pelzer macht derzeit ihre Arbeit präzise und zum Leidwesen gegenerischer Stümer sehr gut. Darauf wird sich der FCS an der Ostsee einstellen müssen. Wenngleich auch Rostock mit Sven Sökler und Marcel Ziemer wohl nicht unbedingt einen einfachen Arbeitstag erleben wird.

Unter den gegebenen Voraussetzungen kann es für den FCS diesmal durchaus bei Hansa klappen – wenn die Ausdauer für eine Abwehrschlacht mit den Hanseaten ausreicht. Denn darauf sollten wir uns für morgen einstellen.

Vorbericht aus gegenerischer Sicht: Einfach weitermachen (hansa::fans)

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