Vorbericht: Warum der 1. FC Saarbrücken zu Hause mal wieder gewinnen muss.

Eigentlich kennt jeder, der hier oder bei ludwigspark.de mitliest, ja das recht simple Prinzip. Ich schreibe ein paar Worte über den Gegner, welche Spieler dort gerade so den Betrieb aufwirbeln oder in der Vergangenheit mal das blau-schwarze FCS-Trikot anhatten. Dann ein paar historische Rückblicke, vielleicht ein Blick auf die Verletztenliste – fertig, Vorbericht steht. Manchmal geht das locker von der Hand, manchmal quäle ich mich ab. Und am Ende werde ich oft mit unsäglich furchtbarem Heimfußball gequält.

Deswegen will ich einmal nicht lange rumschnacken, sondern stur aufzählen, warum der 1. FC Saarbrücken endlich wieder zu Hause gewinnen muss – ohne wenn und aber.

Das Gegner-Argument: Es gibt wirklich keinen vernünftigen Grund, zu Hause gegen Darmstadt 98 nicht zu gewinnen. Darmstadt hat bislang noch kein Auswärtsspiel gewonnen und sogar das Kunststück fertig gebracht, gegen Dortmund II zu verlieren. Also bitte…Darmstadt!

Das Rhetorik-Argument: „Wir haben super gefightet.“ „Wir haben es verpasst in den entscheidenden Situationen die Tore zu machen.“ „Die Ordnung hat heute nicht gestimmt.“ Jürgen Luginger wird nicht unbedingt nachgesagt, dass er mit seinen Statements nach nicht ganz so erfolgreichen Spielen alle zufrieden stellt. Aber immerhin stellt er sich meistens als Trainer vor die Mannschaft. Eine Woche mit Heimsieg würde nicht nur vielen FCS-Fans den Ärger über das anschließende Luginger-Statement ersparen – es würde dem Trainer des FCS vielleicht auch mal leichter fallen, etwas anderes zu sagen.

Das Generationen-Argument: Wer im Moment als Vater/Mutter sein heranwachsendes Kind an die Leidenschaft FCS heranführen will, hat es nicht leicht. Im Ludwigspark bekommt der eigene Nachwuchs keinen wirklich erfolgreichen Fußball zu sehen. Und wenn dann irgendwann auf dem Schulhof die entscheidende Frage kommt, für wen denn das Fußballherz schlägt, darf man es da dem ABC-Schützen verdenken, wenn er sich an die Hinrunde 2012/13 erinnert und dann verlegen mit Bayern oder Dortmund antwortet? Was der FCS derzeit zusammenspielt – und hier sollte man mal an die allgemeinen Geburtenraten denken – kostet den Verein eine zukünftige Fangeneration.

Das Geld-Argument: Der Mensch gilt ja allgemein als homo oeconomicus – zu gut Deutsch: Er will was für sein Geld, aber wenig davon ausgeben. Wer derzeit jedes Spiel eine Stehplatzkarte (10,00 Euro) erworben hat, hat pro Punkt 14,00 Euro und pro Tor 8,75 Euro ausgegeben. Zum Vergleich: Im Saarlandpokal gab es in Schwalbach zuletzt für 6,00 Euro ganze 16 Tore zu sehen. Macht pro Tor knapp 38 Cent – das ist um Welten billiger als ein Paket Kaugummis. Wer jetzt noch zu Heimspielen geht, dem ist nicht mehr zu helfen.

Das Ego-Argument: Da geh ich für knapp zehn Monate ins benachbarte Ausland ins Exil, komme nach endloser FCS-loser Durststrecke zurück in meinen geliebten Ludwigspark, schreibe wieder fleißig Blog-Einträge und was bekomme ich zu sehen? In sieben Heimspielen nur einen lausigen Heimsieg über Wacker Burghausen? Also ein wenig persönlich beleidigt fühle ich mich da schon.

Aber ein Argument gibt es vielleicht doch, warum der FCS zu Hause nur noch schlecht spielen darf:  Irgendwann wird man dann wohl seitens der Vereinsführung einen altehrwürdigen Feng-Shui-Meister auf Ursachensuche schicken. Und wenn der dann mit seiner Wünschelroute auf einmal negative Energien als Grund der Misere feststellt…ja, vielleicht beschleunigt das den Neubau des Stadions doch noch einmal.

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2 Antworten zu Vorbericht: Warum der 1. FC Saarbrücken zu Hause mal wieder gewinnen muss.

  1. Nauwiesbande schreibt:

    Zum Glück wurde hier der Disclaimer vom lupa-Vorbericht („Achtung! Satire!“) weg gelassen und taucht nur noch verschämt in den tags auf.
    Davon ab mag ich deine Schreibe am liebsten, wenn du versucht, „unernst“ zu sein. WIe hier.
    Top-Artikel, der so ziemlich die Gefühlslage jedes echten Fans (Dauernörgler und Low-Lifer mal ausgenommen) trifft.

    • Carsten schreibt:

      Ich bin eher fast beschämt, wie der Artikel, der aus Verlegenheit in fünf Minuten aus purer Faulheit entstand, so gefeiert wird. Aber zu meiner ernsten und unernsten Schreibe: You can’t have one without the other.

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