Vorbericht: Der Trend

Trendy, in, angesagt: Wörter, mit denen die Spielvereinigung Unterhaching ihr traditionelles Logo nicht mehr in Verbindung bringt. Nun gut, es ist nicht nur das Wappen eines vormaligen Dorfvereins, sondern sieht leider auch so aus. In die Geschichte der Heraldik wird die neue Fußball-Viererbob-Variante nicht eingehen. Wenigstens ist der Fußball nun dreidimensional und das Gründungsjahr 1925 prangt stolz auf blauem Untergrund prangt. Bei Traditionsklubs wäre die Vereinsführung dafür schon längst mit Heugabeln und Fackeln durch das Dorf gejagt worden.

Dass es um die SpVgg dann doch besser bestellt ist, liegt am Sportlichen. In den vergangenen Jahren finanziell nicht auf Rosen gebettet und auch mal knapp am Abstieg vorbei, befindet sich die Mannschaft aus Bayern derzeit auf einem Aufstiegsplatz. 22 Punkte aus zehn Spielen sammelte das Team. Zufrieden können die beiden Väter des Erfolgs sein, Trainer Claus Schromm und Teamchef Manuel Baum. Selbstverständlich war das bei Amtsübernahme am 1. Juli 2012 nicht, da es einen Umbruch im Team mit insgesamt 17 Abgängen und ebenso vielen Neuzugängen gab. Das neue Trainer-Duo stellt mit dem stark veränderten Kader bislang eine der besten Offensive der Liga: 20 Tore in zehn Spielen, durchschnittlich also zwei Tore pro Spiel. Müßig zu erwähnen, dass Unterhaching bislang nicht gegen reines Kanonenfutter gewann, sondern Mannschaften wie Bielefeld, Heidenheim oder Rostock bezwang.

Der Torschnitt des FCS liegt mit 1,3 derzeit eher im Mittelfeld der Liga. Im letzten Spiel sorgte Marcel Ziemer mit einem Tor und einer Vorlage dafür, dass dieser wieder etwas anstieg und bewies seine Wichtigkeit für den Verein. Umso bitterer, dass er sich gleich bei seinem Kopfballtor nach zwei Minuten wieder verletzte. Er spielte zwar mit Verletzung durch (wer hat das zuletzt beim FCS mal gemacht?), ließ aber Anfang der Woche wieder Verzweiflung und Fragen aufkeimen. Sah es gestern noch nach erneuter Pause aus, vermeldete der 1. FC Saarbrücken – ganz trendy via Facebook – : „Marcel Ziemer konnte heute wieder trainieren ist somit wohl fit für morgen.“ Immer noch wage, aber der Trend geht in Richtung Einsatz.

Dabei ist Trend vielleicht zu dem Unwort der letzten Wochen beim FCS geworden. Bis zum Offenbachspiel ging es auf und ab, danach folgten zwei Spiele, die nicht überzeugten. Anders Stuttgart am Samstag, wo zwar nicht unbedingte alles stimmte, die Mannschaft aber erkennen ließ, dass sie aus den vergangenen Spielen Lehren gezogen hat. Ebenso Trainer Jürgen Luginger, der Markus Pazureks Leidenszeit in der Zweiten Mannschaft für beendet erklärte. Pazurek spielte stark und darf sich – sollte er Leistungsniveau und Contenance wahren – Hoffnungen auf einen Stammplatz machen.

Gegen die offensiv aufspielenden Unterhachinger dürfte es allerdings kein leichtes Unterfangen werden, die Punkte im Park zu halten. Die Bayern vertrauen in der bisherigen Saison – gegen aktuelle Trends – auf ein 4-2-2-2-System mit Doppelsechs und zwei Stürmern. Spannend die Frage, wie Luginger darauf reagieren wird. In Karlsruhe zeigte die FCS-Abwehr gegen zwei Stürmer Auflösungserscheinungen. Die Rückkehr von Tim Kruse in die Innenverteidigung scheint in Stuttgart dagegen zumindest ein wenig mehr Stabilität gebracht zu haben. Ob es sich um eine temporäre, auf den Gegner abgestimmte Umstellung handelte oder doch die Abwehr die richtige Formation gefunden hat? Nach dem Spiel gegen Unterhaching wissen wir wohl auch, wohin dieser Trend geht.

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