Zitat der Woche (2)

Vielleicht wird der ein oder andere nun sagen, dass der Artikel ein paar Tage, nämlich fünf, zu spät komme. Aber ich musste mir auch erst einmal die Reaktionen auf das Gesagte abwarten. Viele meiner Bekannten reagierten auf Dieter Wellers Kritik an der sportlichen Leistung am 20. September, verbreitet via BILD und SZ, eher skeptisch. Und ablehnend, ob des Verkünders der Kritik, aber manchmal auch noch ob der Worte selbst. Ich will mal zum Punkt kommen:

So spielen wir das Stadion leer.
Wir sind im dritten Jahr 3. Liga. Das wird langweilig und die Leute sagen sich, es gibt am Samstag-Nachmittagen auch Alternativen.
Wir haben auch wirtschaftliche Verantwortung.

Dieter Weller, FCS-Schatzmeister

Das mag nun etwas willkürlich zusammengestellt sein. Aber die Kritik Wellers am Sportlichen, versteckt formuliert und wohl in Richtung Luginger gehend, läuft ins Leere. Und das ist er selbst Schuld, da er des Problems Lösung hier schon verrät:

Mit dem Pokalspiel gegen Schalke fing es an. Da haben wir es durch die katastrophale Vorstellung auf und neben dem Platz verpasst, weitere Zuschauer zu animieren.

Puristen werden sicherlich recht haben, dass ein Sensationserfolg gegen Schalke neue Zuschauer zum bleiben beflügelt hätte – aber eine 0:5-Niederlage eines Dritt- gegen eines Bundesligisten vergrault normalerweise keinen Stammzuschauer, der den Verein kennt und liebt. Was war also, logischerweise, der Grund für den Einbruch der Zuschauerzahlen? Es kann und wird nur das Versagen der Spieltagsorganisation, des Vorstands und des Caterers sein, also alles, was neben dem Platz geschah.

Dritte Liga mag langweilig sein, das weiß jeder, der den FCS noch in der 2. Bundesliga (oder höher) erlebt hat. Aber die Stammzuschauer, in den letzten Jahren immer knapp an der 5000er Grenze, überlegen sich ihre Alternativen am Samstagnachmittag erst dann, wenn sie sich vom Verein verarscht fühlen. Und zwar nicht durch eine vorhersehbare Niederlage gegen einen Champions-League-Teilnehmer, sondern durch unverantwortungsvolles Handeln derer, die nun mit dem Finger auf die Mannschaft zeigen. Mit einer gelungenen Organisation des Spiels, also genügend Trinkwasser für alle, mehr Getränkestände oder vielleicht sogar kostenloser Duschbereiche hätte es wohl nicht verhindert werden können, das einige Leute umkippen. Aber es wäre ein Zeichen vom Veranstalter gewesen, dass dieser sich um seine Zuschauer sorgt und kümmert. Stattdessen scheint eher das Wohlergehen der vielen Einnahmen im Vordergrund gestanden zu haben.

Das alles wäre noch mit einem guten und flotten Krisenmanagement wieder zum Teil zu bereinigen gewesen. Stattdessen druckste der Verein herum, wies zuerst Schuld von sich, um sich dann zu entschuldigen, um dann die Schuld wieder dem Caterer aufzubürden. Hinter verschlossenen Türen redeten ein paar Leute und hinterher verkündete der 1. FC Saarbrücken zur Wiedergutmachung ein Testspiel und die Unterstützung eines Brunnenbohrprojektes in Afrika. Letzteres gibt es im Billigpaket schon ab 2000 Euro. Aber seitens des Vereins hört der geneigte Fan seit Wochen nichts mehr. Dieter Wellers Kritik reiht sich nahtlos in diese Folge von Peinlichkeiten ein.

Die Mannschaft hat am Wochenende in Stuttgart ihre Hausaufgaben erfüllt und 2:1 gewonnen. Der Vorstand des 1. FC Saarbrücken ist davon noch lange entfernt.

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