Vorbericht: Neuer Torwart vs. neuer Trainer

Das ehemalige Wappen der Erfurter

Eine viel zu lange Länderspielpause ist fast überstanden und Trainer Jürgen Luginger scheint diese intensiv zum Nachdenken genutzt zu haben. Eine für Luginger fast ungewohnte Entscheidung, der Wechsel im Tor. War die Kritik vergleichbar laut an einem Spieler, wurde die Entscheidung des Trainers nie so öffentlich zelebriert. Selbst seitens der Medien, wo – so sagen einige Journalisten – eine Zeitung gegen die interne Abmachung verstoßen hat, noch mit der Veröffentlichung bis Mittwochabend still zu halten. Sei’s drum, bislang war Lugingers Vorgehensweise entweder von sehr langem Vertrauen gegenüber dem Kritisierten (Stephan Sieger) oder sehr schnellem Abschieben auf die Bank (Nico Weißmann) geprägt. Gewiss nicht einheitlich.

Nun also Benedikt Fernandez oder Michael Müller. Der ehemalige Bundesliga-Torhüter oder der eigentlich designierte Marina-Nachfolger. Für Fernandez spricht die höhere Gesamterfahrung als Ex-Bundesligist. Doch Müller, gerade von einem Knöchelbruch wiedergenesen, dürfte sich nicht so schnell geschlagen geben. Sicher dürfte lediglich meiner Ansicht nach sein, dass die neue Nummer eins keinen so großen Vertrauensvorschuss haben wird wie Enver Marina. Sollte auch der neue Torwart einige Male danebengreifen, werden schnell Stimmen laut, die den dritten Stammtorwart der Saison fordern. Man sollte sich wohl von der Vorstellung verabschieden, drei starke Torhüter im Kader seien ein Vorteil. Der ganze Vorgang dürfte nicht unbedingt die besten Auswirkungen auf die Mannschaft haben.

In dieser Situation kommt nun der FC Rot-Weiß Erfurt, der auch auf prominenter Position gewechselt hat. Für den zuletzt glücklosen Trainer Stefan Emmerling kam nun Alois Schwartz, der seinen Einstand als Erfurt-Coach im Ludwigspark feiert. Unter René Müller, zu erfolgreicheren Erfurter Zeiten, war er noch dessen Assistent. Ein Unbekannter ist Schwartz als ehemaliger  Trainer des 1. FC Kaiserslautern II nicht. Unter anderem fügte er dem FCS im Ludwigspark 2009 eine 0:3-Niederlage zu.

Die Heimbilanz des 1. FC Saarbrücken gegen die Erfurter ist bislang mehr als bescheiden. Aus sechs Spielen gab es nur zwei blau-schwarze Heimsiege, der letzte davon 2003/04. Dieser 2:1-Sieg in der Aufstiegssaison war übrigens auch der Einstand eines neuen Trainers. Eugen Hach feierte den erfolgreichen Auftakt zu seinem Intermezzo auf der FCS-Bank.

Und 2012/13? Die beiden Wechsel haben die Karten noch einmal deutlich durchmischt und überlassen den oft zitierten „psychologischen Vorteil“ klar den Thüringern. Diese können Kraft aus einem neuen Trainer schöpfen, haben zudem einen Gegner, dessen Torwartposition umstritten ist. Aus sportlicher Sicht liegt die Favoritenrolle dennoch klar beim FCS. Erfurt steht auf Platz 19 in der Tabelle und hat außer einem 5:0 gegen schwache Dortmunder (einen Platz hinter Erfurt) noch keinen Dreier geholt. Zudem fehlt mit Smail Morabit (gebürtiger Forbacher, früher bei den SF Köllerbach) der wichtigste Offensivspieler. Alles andere als der zweite Heimsieg der Saison wäre für den FCS enttäuschend. Zumal ein erneuter Misserfolg die Frage aufwerfen wird, auf welchen Positionen außer im Tor noch Handlungsbedarf besteht.

Gegner-Blog zum Reinschauen: www.stellungsfehler.de

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