Vorbericht: Borussia Dortmund II – 1. FC Saarbrücken

Normalerweise beginne ich meine Vorberichte für das kommende Spiel gerne mit langen Ausführungen zum kommenden Gegner, dessen Geschichte und allen möglichen Vorabintermationen. Das gefällt einigen, anderen nicht, manche werden wohl auch wegklicken. Doch diesmal fange ich anders an, nicht nur, weil der FCS bei einer U23-Mannschaft gastiert.

Anfangen will ich mit Enver Marina, 35 Jahre alt, seit 2006 – mit Ausnahme einer Saison bei Borussia Neunkirchen – ein Blau-Schwarzer. Schon zu Kutzhofer Zeiten lastete ihm sein Ruf als Wahnsinniger im Kasten an, mal Dr. Jekyll, mal Mr. Hyde. Legendär ist sein Patzer in Stuttgart 2006, genauso wie sein Beitrag an zwei Aufstiegen bis in die 3. Liga und zweier Klassenerhalte dort. Viele Experten sahen die Saison 2011/12 als die bislang Beste des Tormanns an. Und nun wurde am Dienstag seine Familie auf der Haupttribüne im Ludwigspark bepöbelt. Wegen zweier vermeintlicher Patzer.

Die beiden Kopfballgegentore gingen auf seine Kappe, sagen die Gegner. Mag sein, aber wieso schaffen es zwei Innenverteidiger nicht, einen Freistoß von der Mittellinie sauber per Kopf zu klären? Wieso steht Adam Straith vor dem 1:2 durch Freddy Borg alleine bei zwei Aachenern? Wieso trifft der FCS das Tor nur noch per Standard? Fragen, über Fragen, sicher teilweise tendenziös. Aber ich meine: Schuld ist Marina vielleicht an der Misere. Wenn, dann aber nur als einer von vielen. Und es ist an Jürgen Luginger, ein Urteil zu fällen, ob Marina auch weiter das Tor hüten darf.

Marina hat nichts getan, was unentschuldbar ist – Menschen machen Fehler, Spieler haben mal schlechte Tage. Das ist so, seit die ersten Fußballer über den Platz liefen. Es gehört zum Spiel. Darauf können Zuschauer mit sachlicher Kritik, wie sie meist in Internetforen geübt wird, reagieren. Aber es steht keinem zu, Spieler oder ihre Familienangehörige zu beleidigen. Zuschauer und Fans sollten in diesen Momenten ihre Spieler unterstützen und Trost spenden. Ich wünschte mir, dass Paul Borgard, der sonst bei jeder Gelegenheit mit betroffenem Gesicht Fehlverhalten von Fans kommentieren kann, sich einmal auch in den Medien öffentlich vor seinen Torwart stellen würde und sagt, dass so ein Verhalten keines FCS-Fans würdig ist und die Pöbler schnellstens in hohem Bogen aus dem Stadion geworfen gehören. Gerade weil die Beleidigungen nicht im Fanblock, sondern auf der Haupttribüne fielen. Das hätte Enver Marina verdient.

Sonst bleibt recht wenig zu sagen. Michael Müller und Marius Laux sind nach Verletzungspausen wieder einsatzbereit, Manuel Stiefler, Pascal Pellowski und Marcel Ziemer sind weiter verletzt. Und, ach ja: Drei Punkte müssen in Dortmund her.

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