Pressespiegel

Seit wenigen Tagen habe ich meine Wohnung im französischen Südwesten nun gegen den Platz im Saarland ausgetauscht. Grund genug, um nach gefühlter Ewigkeit den Gang in den FCS-Fanshop anzutreten. Gelegen im Praktiker-Baumarkt, unweit des Halbergs in Saarbrücken. Ganz ohne Hintergedanken natürlich kein Besuch, denn mit der Rückkehr nach Hause ist auch eines wieder von Bedarf: Eine Dauerkarte für den Ludwigspark.

Dann also mit der Saarbahn Richtung Römerkastell. Nach kurzer anschließender Busfahrt und Busmarsch dann also die Bude im Inneren des Praktiker, wo es so aussieht, als hätte man alle Resttextilien aus dem Fundus des Gesamtvereins 1. FC Saarbrücken auf wenige Quadratmeter gepresst. Bestätigt wird mein Eindruck dadurch, als ich zwischen ausrangierten Traningshemden, unbedruckten Trikots auch ein T-Shirt mit der Aufschrift „1. FC Saarbrücken Saarlandligameister 2010“ entdecke. Ob da ein Spieler oder Offizieller nach der Aufstiegsfeier der U23 hinterher das Meistershirt abgeben musste?

Egal, ich entscheide mich für die Dauerkarte im E2, kurz „ei das is doch die Viraasch“. Den beiden Fanshopmitarbeiterinnen kann ich, das mal im völlig ernsten Ton, zumindest nicht absprechen, sich auszukennen. Dementsprechend schnell und zufriedenstellend verläuft mein erster Dauerkartenkauf seit 2004. Kaum zu glauben, aber wahr: Nach der Saison 2004/2005 ging es für mich stets über Arbeitskarte, Schiedsrichterausweis oder am Ende per Tageskarte im Stadion. Und meine erste Dauerkarte war auch noch für den Sitzplatzbereich. Am Ende bekomm ich einen schicken Umschlag und die personalisierte Dauerkarte für die „Virage Est“. Der Fastfranzose bei den „anneren Franzoose“.

Zudem hat auch noch ein Fanartikel mein Interesse erweckt: Ein Nostalgietrikot mit Schnürausschnitt für 29,99 Euro. Schick, klassisch, retro und als Mitglied, was ich bis dahin noch nicht einmal wusste, bekam ich sogar noch 10% Rabatt auf diesen Fanartikel. Früher war der Fanshop entweder auf der Berliner Promenade oder in der Diskonto-Passage, was mir den Fahrpreis von zweimal 2,40 Euro, sprich 4,80 Euro, ersparte. Ganz ausgeglichen wird das also mit dem Rabatt zwar nicht, aber immerhin.

Am Ende entdecke ich dann auf dem Tresen das Highlight des Fanshops. Ein zweiseitiges, getackertes Dokument mit der Überschrift Pressespiegel. Ich glaube, dass ich hier einmal die Bilder des Originals für sich sprechen lasse. Für Skeptiker: Gefälscht habe ich das hier sicher nicht!

Irgendwie taten mir jetzt diese beiden armen Mitarbeiterinnen doch leid. Müssen ihre Arbeit verrichten, während der ausliegende Pressespiegel vom Vortag den Eindruck erweckt, niemand interessiere sich für den Verein. Jetzt weiß ich auch, warum das Büdchen weit außerhalb der Innenstadt aufgebaut ist.

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