Verletzungspech…

…oder warum ein schmaler Kader problematisch ist.

Es hat wieder einmal zugeschlagen, das Verletzungspech in der Vorbereitung. Manuel Stiefler heißt das jüngste Opfer, beim Test in Klarenthal ist es passiert. Ohne Einwirkung des Gegners verletzte sich der fränkische Mittelfeldspieler am Sprunggelenk. Genaue Diagnosen sind, zumindest in der Presse, nicht bekannt, die Kiebitze am Sportplatz und in Internetforen gehen von einer mehrwöchigen Ausfallzeit des vom Verletzungspech gejagten Akteurs aus. Die Diagnose lautet Knöchelbruch (Update 12:54 Uhr). Vom Verletzungspech gejagt, da allein in der Spielzeit 2011/12 drei Verletzungspausen in der Krankenakte Stieflers stehen.

Taktisch ergibt sich nun auf der rechten Außenbahn für Jürgen Luginger eine Lücke, die mit mehreren Lösungsansätzen zu schließen wäre. In Klarenthal probierte es Luginger unter anderem mit Artur Schneider und Sven Sökler auf rechts. Auch Markus Hayer ist ein möglicher Kandidat für die Rechtsaußenposition, nicht zu vergessen die Allroundlösung Lukas Kohler. Wer hier der geeignete Kandidat ist und mit welchem System Luginger in die Saison starten wird, ist die Frage, die in den kommenden Testspielen zu beantworten ist.

Die taktische Problematik und die Anzahl möglicher Alternativen täuschen aber über ein ganz anderes Problem hinweg: Der FCS hat sich angewöhnt, mit einem kompakten, sprich kleinen, Kader in die Saison zu gehen. 2011/2012 standen zuletzt (mit Wintertransfers) 24 Spieler im Kader, bislang würden es in der kommenden Spielzeit 22 Spieler sein. Ein kleiner Kader ist gewiss nichts ungewöhnliches. Unter den fünf besten Mannschaften der vergangenen Drittligasaison hatte Erfurt den kleinsten Kader (23 Spieler) und Regensburg den größten (29 Spieler), die beiden direkten Aufsteiger Sandhausen (26 Spieler) und Aalen (25 Spieler) unterschieden sich nur wenig vom FCS.

Dramatisch wird es allerdings, wenn man sich die Ausfallzeiten des FCS der vergangenen Saison anschaut. Nur sechs Spieler, darunter die zwei während der Saison verpflichteten Straith und Salifou, spielten verletzungsfrei. Der Rest fiel mindestens einen Spieltag aus, manche allerdings häufiger. Gerade im Mittelfeld (Pazurek, Bach) und im Sturm (Pisano, Fuchs, Ziemer) fällt dies auf. Damit ist der Trainer in seinen taktischen Varianten zumindest eingeschränkt. Auch in der neuen Saison gibt es Vorboten: Enver Marina und Christian Eggert wurden in Klarenthal geschont (kurioserweise nahm so Mannschaftsarzt Dr. Roland Kuppig, selbst einmal im FCS-Kasten, auf der Ersatzbank Platz. Und das nicht allein als Medizinmann), Pellowski hat sich in Klarenthal auch (Oberschenkelzerrung) leicht verletzt. Kommt noch der Dauerverletzte Michael Müller hinzu.

Falsch wäre es, die Situation überzudramatisieren. Der FCS ist noch in der Saisonvorbereitung, auf Verletzungen kann noch reagiert werden. Und genau das ist es, was die sportliche Leitung in Anbetracht der Stiefler-Verletzung machen könnte: Neben dem gesuchten Mann für den Sturm noch einen Mann für die offensive Außenbahn suchen. Damit das Verletzungspech nicht zur ernsthaften Bedrohung wird.

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