Der neue Forkel ist modern

Nicolas Jüllich (und nicht „Jülich“, wie der kurzzeitige FCS-Leitwolf der Saison 07/08) heißt der neue Rechtsverteidiger des 1. FC Saarbrücken, der ganz plötzlich vom Verein kurz nach EM-Start aus dem Hut gezaubert wurde. Ein höchst interessanter Mann.

Der 1990 in Heidelberg geborene Jüllich erlernte sein fußballerisches Handwerk beim SV Waldhof Mannheim in der Regionalliga, ehe er 2010 zum FC Bayern München II in die 3. Liga wechselte. Im Abstiegsjahr gehörte Jüllich zur Stammformation (34 Spiele/2 Tore), konnte aber den Abstieg des FCB II nicht verhindern. Im August 2010 wurde ihm dafür bei einem Test gegen Real Madrid dafür die Ehre zuteil, über 90 Minuten für die „großen Bayern“ auf dem Platz zu stehen. Laut Kicker und anderer Experten machte er seine Sache gegen keinen geringeren als Cristiano Ronaldo sehr gut – wenngleich die hohe Konkurrenz auf der rechten Seite der Bayern die Chancen auf den Durchbruch für Jüllich schmälerten. Im zweiten Bayernjahr führten das Verletzungspech und die allgemein schlechte Leistung der Bayern-Reserve, dass Jüllich weitestgehend unbeachtet blieb. Glück für den FCS, der sich die Dienste des 22-Jährigen sicherte.

Interessant wird die Interpretation des Rechtsverteidigers, die uns der Heidelberger bieten wird. Dem Vernehmen nach ist Jüllich kein gelernter Rechtsverteidiger, sondern Rechtsaußen mit Offensivdrang, der auch nach hinten arbeitet.

Das ist im Jahr 2012 nichts außergewöhnliches, sondern fast Standard, da der Außenverteidiger im Angriffsspiel wichtige Rollen übernimmt. Der Forkel-Nachfolger passt also ins Schema der bisherigen Neuzugänge, die vornehmlich aus tieferen Ligen stammen, aber jung und mit neusten taktischen Gepflogenheiten vertraut sind. Dennoch wiegt das Erbe schwer – Forkel war Publikumsliebling. Jüllich kann das aber auch werden – wenn er an seine Leistung vor der Verletzung anknüpft.

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