5 Dinge, bei denen der Spaß an der Europameisterschaft aufhört…

…und die einfach nur noch nervig sind und schnellstens verboten gehören.

Tierische Orakel
Beim Kraken-Orakel Paul war das alles noch witzig und die Trefferquote stimmig. Der putzige kleine Kopffüßer sagte alle Tendenzen der Deutschen Spiele bei der WM 2010 plus Finale voraus. Zudem animierte Paul Journalisten zu wirklich grandios guten Überschriften wie „Krake orakelt Debakel“. Wenn jetzt jeder seinen Orang-Utan, seine Kuh, sein Schwein oder seinen Hamster als Orakel anpreist ist das weder originell, noch neu, sondern einfach nur affig.

Fan-Hymnen
Obligatorisch für alle Fan-Hymnen: Einfältiger Text, einfache Melodie, viele bunte Deutschland-Fähnlein und viel Alkohol. Zum einen, um die im Musikvideo vorkommenden Protagonisten die Realität vergessen zu lassen und zum anderen, um sich den selbst produzierten Schrott wenigstens schön zu saufen. Textproben gefällig? „Denn wer, denn wer, wenn nicht wir, hat sich das Ding verdient? Nicht noch einmal wollen wir nen Vizetitel!“ Mit diesem Schwachsinn reicht das normal nicht mal für die EM-Qualifikation.

Fotostrecken von Fan-Meilen
Nicht mehr nur jedes klickgeile Portal, sondern auch sonst seriöse Medien wollen im Internet mit Fotostrecken von Fan-Meilen und Public Viewings auf sich aufmerksam machen. Das Prinzip: Schicke einen Fotograf hin, lass die bis zur Unkenntlichkeit mit Schwarz-Rot-Gold bemalten Fußball-Fans fotografieren und stell dies nebst vielen Werbe-Pop-Ups und Anzeigen ins Internet. Diejenigen, die da waren, werden schon draufklicken.

Public Viewings und Fanmeilen
Aber dann doch direkt zum Übel. Ist der ursprüngliche Sinn des öffentlichen Fußballschauens doch gar ein nur allzu guter Gedanke – gemeinsam mit Freunden und Unbekannten Glück und Unglück durchleben, Spiele der eigenen Mannschaft in sommerlicher Atmosphäre bewundern – so sieht die Realität so aus: Dieselben Menschen wie bei jedem x-beliebigen Dorf- oder Stadtfest, zwar anders gekleidet und angemalt, stehen rum, grölen und saufen, manche Leute sind nur gekommen, um später besonders hübsch angemalt dann für eine Fotoklickstrecke einer Internet-Seite fotografiert zu werden. Fußball? Ach so, läuft da auf dem Bildschirm.

Die totale Berichterstattung aus dem Lager der Deutschen Mannschaft
Der ehemalige Nationaltorwart Harald „Toni“ Schuhmacher trug sich selbst einst mit seinem Werk „Anpfiff“ in die Annalen der Deutschen Literatur ein. Unter anderem mit diesem Zitat: „Andere bumsten bis zum Morgengrauen und kamen wie nasse Lappen zum Training gekrochen.“ Gemeint war die Nationalmannschaft in ihrem Mannschaftslager. Heute ist das unmöglich, selbst der Privatausflug zum Model landet früher in der Boulevardpresse als es einem Rechtsverteidiger lieb sein kann. Aber muss diese tägliche Berichterstattung aus dem Turnierlager der Deutschen sein? Was bringt es, zu wissen, wie viele Kohlenhydrate heute auf dem Speiseplan stehen, welchen lustigen Ulk Poldi treibt, was zum Abschlusstraining geübt wurde und wie die Zimmer der Spieler aussehen? Gebt den Spielern doch etwas Ruhe und Privatsphäre zurück. Und der Berichterstattung ihre Würde.

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2 Antworten zu 5 Dinge, bei denen der Spaß an der Europameisterschaft aufhört…

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