Die Goldene Generation, die es nie gab?

In den 90er Jahren gab es noch, zum Anfang meiner Fußballzeit, noch diesen schönen Begriff der „Goldenen Generation“. Portugal bekam oft diesen Titel verliehen, das in dieser Zeit mit einer ungeahnten Fülle an talentierten Fußballern für Furore sorgen sollte, der bekannteste unter ihnen wohl Luis Figo.

Beim FCS hat man keine „Goldene Generation“, aber seit seinem Absturz aus der 2. Liga (und dem Wiederaufstieg bis in Liga 3) pro Jahr zumindest einen Spieler (manchmal auch mehrere) aus der eigenen Jugend oder aus der Amateurmannschaft, dem das Zeug zum Bundesligaspieler nachgesagt wurde. Teilweise aus sehr guten Gründen, wie etwa bei Marc Birkenbach, der Zeitweise das Tor der U19-Nationalmannschaft hütete.

Training09 004Ich dachte heute per Zufall darüber nach, wieso viele FCS-Fans es so ziemlich jedem dieser Spieler krumm nahmen und nehmen, dass sie den Platz beim FCS gegen die Aussicht auf ein höheres Gehalt und den Durchbruch in einer höheren Liga getauscht haben. Die Wut über den Verrat ist teilweise verständlich, landeten viele Spieler bei mehr oder minder unbeliebten Vereinen. Was aber die wenigstens bedenken: Das Risiko liegt ganz beim Spieler, der in seiner Karriere maximal 20 Jahre Zeit hat, Geld zu verdienen. Wer Pech hat, steht am Ende seiner Karriere mit wenig Geld und ohne Ausbildung da.

Diese Gedanken haben mich dann auf die Idee gebracht, mal zu schauen, was diese „verschleppte“ Goldene Generation des FCS denn für einen Weg genommen hat. In dieser, teils subjektiven Auswahl, habe ich nur Spieler gelistet, die für die erste Mannschaft des FCS aufliefen, sprich: Patrick Herrmann und andere lasse ich mal weg.

2006:
Chadli Amri – ging zum FSV Mainz 05. Heute: Vertrag in Kaiserslautern (2. Liga) bis 2013, war zuletzt zum FSV Frankfurt ausgeliehen und dauerverletzt.

2007:
Marc Birkenbach – ging zu den Sportfreunden Siegen. Heute: SV Saar 05 Jugend (Saarlandliga).
Tim Schwartz – ging nach Elversberg. Heute: SC Idar-Oberstein (Regionalliga West).

2008:
Arif Karaoglan – ging zum türkischen Zweitligisten Eyüpspor. Heute: SVN Zweibrücken (Oberliga Südwest).
Yannick Dekoun – ging nach Elversberg, kurz darauf Karriereende wegen eines angeborenen Herzfehlers.
Mike Frantz – ging zum 1. FC Nürnberg. Spielt dort noch heute in der Bundesliga, kam verletzungsbedingt vergangene Saison aber nur 13-mal zum Einsatz (ein Tor).

2009:
Philipp Wollscheid – ging zum 1. FC Nürnberg II. Wechselt zur kommenden Saison für mehrere Millionen Euro zu Bayer 04 Leverkusen, hat sich in der Bundesliga etabliert.
Nazif Hajdarovic – ging zum FC Bayern München II. Wechselt zur kommenden Saison von Neunkirchen (Oberliga) nach Pirmasens (Oberliga).

2010:
– Fehlanzeige –

2011:
Manuel Zeitz – ging zum 1. FC Nürnberg. Spielte nur für die zweite Mannschaft, wird zur kommenden Saison nach Paderborn (2. Bundesliga) ausgeliehen.
Nico Zimmermann – ging zu Eintracht Braunschweig. Spielte stark zu Beginn der Saison, baute dann ab und ist eher Mitläufer als Leistungsträger. Hat noch ein Jahr Vertrag beim Zweitligisten. (Update 19. Juni 2012: Zimmermann ist innerhalb der 2. Liga zu Aufsteiger Aalen gewechselt.)

2012:
Johannes Wurtz – geht zu Werder Bremen II (höchstwahrscheinlich Regionalliga Nord).

Warum es doch so viele nicht geschafft haben, ist vielleicht ein gutes Thema für ein anderes Mal.

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