Fuppes des Tages: Mach mal schnell 200 T-Shirts

Facebook war mal wieder der Überbringer der peinlichen Nachricht. „Jetzt im FCS-Fanshop: Das T-Shirt mit der Aufschrift „Sportdirektoren gehen – Legenden bleiben!“ in limitierter Stückzahl von 200 Exemplaren. So lange der Vorrat reicht“, hieß die Kunde an der Pinnwand des 1. FC Saarbrücken, bis zum heutigen Morgen mit 45 „Gefällt mir“-Einträgen und einigen Kommentaren bedacht. Die meisten davon gehen entweder nicht auf das Thema ein oder fragen nach einem Online-Versand, den es, wie wir den FCS ja kennen, wohl schwerlich geben wird. Chris von den FCS-Exilanten gelang dabei noch der Kommentar, der es auf den Punkt bringt:

„Am letzten Spieltag hätte man 2000 verkaufen können!“

Genau so sieht es aus. Dass jetzt, nach Saisonende plötzlich die Heiligenverehrung von Dieter Ferner in bare Münze umgewandelt werden soll, ist peinlich. Denn: Dass Ferner geht, ist in etwa seit Anfang des Jahres bekannt. Genug Zeit, um etwaige Andenken, T-Shirts, Schals und ähnliches vorzubereiten. In Zeiten der Durchkommerzialisierung des Fußballs hätten diese Dinge vermutlich auch entsprechenden Absatz gefunden.

Doch Gerüchteküche, Gerüchteküche, angeblich weiß ja der geneigte Insider mehr und so behaupteten fleißige Schreiber in den Foren (ludwigspark.de, fcsaarbruecken.de), dass Ferner selbst einem solchen Kult widersprochen hätte. Offizielle Statements existieren indes nicht. Wenn dem so ist, ist es das gute Recht der Kultfigur, seinen eigene Überhöhung etwas abzuwiegeln. Bescheidenheit ist eine Zier. Dass die saarländischen Sportjournalisten und viele Fans aus eigener Initiative T-Shirts mit dem Konterfei Ferners und bekanntem Spruch druckten, ist als Ehrerweisung deshalb umso schöner.

Unverständlich, dass jetzt jedoch die T-Shirts auf den Markt sollen. In Mikro-Auflage (selbst der Leuchtturm hatte bei seiner Erstausgabe etwas mehr als 200 Hefte gedruckt), nach Saisonende. Will man Fanbedürfnisse stillen? Mit 200 T-Shirts wird man sicher nicht alle Ferner-Verehrer zufriedenstellend sättigen. Geld einnehmen? Bei dieser Stückzahl auch nicht wirklich. Im Grunde bleibt also nur noch zu fragen: Was soll das Ganze? Und warum jetzt? Am Ende bleibt eine weitere halbgare Marketingaktion.

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